
Dresden. In Sachsen hat auf traditionellen Weingütern wie Schloss Wackerbarth die Weinlese begonnen. Auch bei der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen ist die Ernte der Trauben gestartet.
In diesem Jahr ernten die Winzer von Schloss Wackerbarth als erstes die Trauben der sächsischen Spezialität Goldriesling im Weinberg „Paradies“ in Radebeul. Die 1893 im Elsass neu gezüchtete Rebsorte ist seit dem Jahr 1913 im Elbtal zu Hause und heute nur noch hier zu finden. Es folgen die Trauben der frühreifen Rebsorte „Solaris“. Aus ihnen keltert Schloss Wackerbarth traditionell seinen sächsischen Federweißen. Am 12. und 13. September steht ein ganzes Wochenende auf Schloss Wackerbarth im Zeichen des sächsischen Federweißen, wenn die Winzer zu ihrem beliebten Federweißerfest einladen. Als Federweißer – auch „Neuer Wein“, „Rauscher“, „Sauser“ oder „Brauser“ genannt – wird Traubenmost bezeichnet, der sich noch in Gärung befindet. Er ist eine Spezialität, die es nur in wenigen Weinländern der Welt gibt. Seinen Namen erhält er durch die Hefeteilchen, die wie kleine Federn im Most schweben. Würde man Federweißer durchgären lassen, entstünde ein anfangs trüber Stillwein. Die Hefeteilchen setzen sich erst nach einiger Zeit auf dem Flaschenboden ab, so dass der Jungwein langsam klar wird. Für viele Weinfreunde und Genießer gehört Federweißer zusammen mit Zwiebelkuchen ganz klassisch zum Herbstanfang dazu
„Grundsätzlich schätzt die Weinrebe für ihr Wachstum und die Reife ihrer Trauben ein warmes und sonniges Klima mit moderaten Niederschlägen. Das Jahr 2026 erinnert an die Weinjahre 2018 und 2019, die ebenfalls von einem warmen und sonnenreichen Sommer mit langanhaltender Trockenheit und Hitze geprägt waren“, erklärt Till Neumeister, der Weinbauleiter von Schloss Wackerbarth.
„Bei der Bewirtschaftung unserer Weinberge konnten wir auf die Erfahrungen aus diesen beiden Weinjahren zurückgreifen. Mit geeigneten Maßnahmen haben wir unsere Reben dabei unterstützt, die aktuellen Witterungsverhältnisse zu meistern. Dazu gehören neben einer gezielten Bewässerung unserer Junganlagen auch eine individuell angepasste Bodenbearbeitung sowie eine aufwendige Pflege der Laubwand. Unsere Trauben präsentieren sich daher aktuell in einem sehr guten Zustand und sind gesund.“
„Doch auch in diesem Jahr gilt: Der Herbst macht das Weinjahr. Für verbindliche Aussagen zur Qualität und Quantität ist es für uns noch etwas zu früh“, verdeutlicht Till Neumeister. „Die kommenden Wochen sind entscheidend für die Erntemenge und den Geschmack der Trauben. Wir hoffen daher auf warme, aber nicht zu heiße Tage sowie auf kühle Nächte, die für unsere typische ‚Cool Climate‘-Stilistik wichtig sind.
Schloss Wackerbarth ist Europas erstes Erlebnisweingut und führt gleichzeitig die Tradition einer der ältesten Sektkellereien Europas fort. Das Erlebnisweingut steht für ein einzigartiges Ensemble aus barocker Schloss- und Gartenanlage, malerischer Weinkulturlandschaft und moderner Manufaktur. Dabei folgt das Unternehmen der mehr als 850-jährigen sächsischen Weinbautradition und der rund 190-jährigen Tradition der Sektkellerei Bussard zur Sektbereitung nach klassischer Flaschengärung. So bringt Schloss Wackerbarth heute jedes Jahr rund 220.000 Besuchern den sächsischen Genuss mit allen Sinnen näher.
Auch die Winzer der Sächsischen Winzergenossenschaft Meißen sind zur Ernte an den Steilhängen der Katzenstufen in Meißen unterwegs. An den schwierig zu bewirtschaftenden Steilhängen der Meißner Katzenstufen lesen vor allem Klein- und Hobbywinzer Trauben der Rebsorte Müller-Thurgau. Die Winzergenossenschaft Meißen ist Sachsens größter Weinproduzent: Mit rund 800 Mitgliedern schafft sie gerade für viele kleine Winzer wirtschaftliche Perspektiven.
Weintourismus ist ein wichtiger Genussfaktor im Elbland. Besonders entlang der Sächsischen Weinstraße lässt sich diese Tradition auf vielfältige Weise entdecken. Allein in der Weinregion Sachsen sorgen Weintouristen jährlich für rund 3,1 Millionen Übernachtungs- und Tagesbesuche und geben dabei knapp 300 Millionen Euro aus. Besonders attraktiv ist die Zielgruppe auch mit Blick auf ihre Ausgaben: Übernachtungsgäste geben im Schnitt elf Prozent, Tagesgäste sogar 55 Prozent mehr aus als andere Reisende.
Ein etabliertes Angebot ist der Sächsische Weinwanderweg, der die Weinregion entlang der Elbe verbindet. Mit einem digitalen Audioguide können Besucher die Strecke, Weingüter und Winzer auf eigene Faust entdecken. Ergänzt wird das Angebot durch zahlreiche geführte Weinwanderungen und individuelle Weinerlebnisse. Damit verbindet der Weintourismus Genuss und Naturerlebnis mit regionaler Wertschöpfung und macht die sächsische Weinlandschaft für Gäste unmittelbar erlebbar.
Mehr Informationen zum Sächsischen Weinwanderweg und den Angeboten entlang der Strecke gibt es unter der zentralen Website www.weinwandern-sachsen.de mit Etappen, Weingütern, Sehenswürdigkeiten und Audioguide.