Leipzig. Bezahlbare Energie, überlastete Netze, der Boom großer Batteriespeicher: Die Jubiläumsausgabe des Ostdeutschen Energieforums greift die Konflikte auf, die die Energiepolitik derzeit bestimmen. 

Unter dem Leitthema „Sicherheit in unsicheren Zeiten“ kommen am 30. September und 1. Oktober 2026 in Leipzig über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Kommunen zusammen.

Dabei geht es vor allem um die praktische Umsetzung der Energiewende. Wie können Unternehmen und private Haushalte dauerhaft mit bezahlbarer Energie versorgt werden? Wie lassen sich Netze, Speicher und neue Erzeugungsanlagen sinnvoll aufeinander abstimmen? Und welchen konkreten Nutzen haben die Regionen, in denen Windräder, Solarparks, Stromleitungen, Speicher oder Rechenzentren entstehen?

Der Umbau hin zur Elektromobilität stellt die europäische Automobilindustrie vor enorme wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen. Hohe Investitionen, starker internationaler Wettbewerb und eine bislang verhaltene Nachfrage setzen Hersteller und Zulieferer unter Druck. Was läuft bei der Energiewende auf der Straße schief? Dieser Frage widmet sich ein Spezial-Panel der Zeitschrift SuperIllu. Mit dem ehrmaligen Opel-Manager Harald Hamprecht diskutiert ein ausgewiesene Kenner der Branche. 

Auf dem Podium zu Gast sind außerdem Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, der derzeit um den Erhalt sächsischer Automobilstandorte kämpft, Rico Chmelik, Geschäftsführer des Branchenverbandes Automotive Thüringen sowie Leipzigs BMW-Chefin Petra Peterhänsel.

Ein weiteres zentrales Thema des Fachprogramms ist das Verhältnis von Stromnetzen und Speichern. Beide werden dringend benötigt. Vielerorts konkurrieren sie jedoch um dieselben begrenzten Anschlusskapazitäten. Unter dem Titel „Speicherboom und Netzengpässe: Wie werden aus Gegenspielern Verbündete?“ beraten Vertreterinnen und Vertreter der Bundesnetzagentur, von Speicherbetreibern, Energieversorgern und neuen Marktakteuren darüber, wie Netzausbau, Speicherstandorte und politische Vorgaben besser aufeinander abgestimmt werden können.

Auf dem Podium treffen unter anderem Vertreter von ENERTRAG, VNG, LEAG, den Leipziger Stadtwerken und der Bundespolitik aufeinander.

Kupfer, Lithium und Zinn sind für die industrielle Zukunft Europas unverzichtbar. Zugleich will Europa seine Abhängigkeit von Rohstoffimporten verringern. Ostdeutschland verfügt über bedeutende Vorkommen und mehrere konkrete Bergbauprojekte. Das Panel „Rohstoffwende Ost“ geht deshalb der Frage nach, welchen Beitrag die Region zur Versorgungssicherheit leisten kann. 

Am zweiten Veranstaltungstag rücken Städte und Gemeinden stärker in den Fokus. Viele Kommunen stehen vor mehreren Aufgaben zugleich: Sie müssen Wärmepläne aufstellen, Netze modernisieren, erneuerbare Energien ausbauen und ihre kommunale Infrastruktur finanzieren. Im Panel „Kommunen unter Druck“ diskutieren Landespolitik, Förderbanken, Stadtwerke und kommunale Vertreter darüber, wie die Energiewende vor Ort nicht nur Kosten verursacht, sondern auch wirtschaftliche Chancen eröffnet.

Ein besonderer Programmschwerpunkt gilt der Ansiedlung von Rechenzentren. Ohne leistungsfähige Rechenzentren sind Digitalisierung und der breite Einsatz künstlicher Intelligenz kaum möglich. Gleichzeitig benötigen die Anlagen große Mengen Strom, leistungsfähige Netze, geeignete Flächen und teilweise erhebliche Wasserressourcen. Das Panel „Rechenzentren und Energiewende: Visionen mit Nebenwirkungen“ debattiert, unter welchen Voraussetzungen Ostdeutschland vom KI-Boom profitieren kann. 

Zum Abschluss des Forums steht am 1. Oktober eine politische Grundsatzdebatte auf dem Programm. Unter dem Titel „Energiepolitik zwischen Pragmatismus und Populismus: Sind politische Grundsätze Fluch oder Segen für die Energiewende?“ diskutieren der Journalist und Podcaster Paul Ronzheimer und der Politikwissenschaftler Wolfgang Muno diese spannende wie brisante Frage. 

Ergänzt wird das Programm des Forums durch Workshops zu Geothermie, Akzeptanzkommunikation, Energieeffizienz, Netzanschlüssen und Wasserstoff sowie durch Praxisbeispiele aus Unternehmen und Kommunen. Ein eigenes Side-Event bringt junge Fachkräfte, Trainees und Forschende aus Energiewirtschaft und Wissenschaft zusammen. Beim Wirtschaftsabend der IHK zu Leipzig begegnen sich rund 250 Entscheiderinnen und Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Energiebranche.

Das Ostdeutsche Energieforum findet 2026 zum 15. Mal statt. Seit seiner Gründung bringt es ostdeutsche Erfahrungen, Interessen und Lösungsansätze in die bundesweite energiepolitische Debatte ein.

15. Ostdeutsches Energieforum

30. September bis 1. Oktober 2026

Campus Jahnallee der Universität Leipzig & digital

Veranstalter: Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin | federführender Verband: Unternehmerverband Sachsen e.V.

Anmeldung und Programm: www.ostdeutsches-energieforum.de