Potsdam. Das Land Brandenburg wird alleiniger Anteilseigner der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und wird die weiteren 50 Prozent der Anteile der ILB erwerben, die bisher die NRW.BANK hält. 

Das Land Brandenburg geht von einem Kaufpreis in Höhe von rund 170 Millionen Euro für die Anteile aus. Die neue Eigentümerstruktur geht einher mit einer strategischen Neuausrichtung, für die Brandenburg die Eigenkapitalbasis der ILB deutlich erhöht. Durch Eigenkapitalerhöhungen von zweimal 500 Millionen Euro in den Jahren 2027 und 2028 werden die Möglichkeiten der ILB erheblich vergrößert. In Kombination mit dem bereits laufenden Transformationsprogramm der ILB entsteht damit die Grundlage für eine noch leistungsfähigere, effizientere und stärker auf die Zukunftsaufgaben des Landes ausgerichtete Förder- und Investitionsbank.

Finanzminister Daniel Keller erklärt den Kauf: „Die ILB war schon bislang unsere Brandenburg-Bank, aber nun gilt für die ILB endgültig: 100 Prozent von und für Brandenburg. Auch die Rolle der ILB wird sich deutlich erweitern: Wirkte sie bisher als Geschäftsbesorgerin für das Land und als Förderbank, wird sie sich nun zu einer Förder- und Investitionsbank weiterentwickeln. Sie wird ein strategischer Partner, um die Zukunft unseres Landes aktiv zu gestalten. Mit dem Erwerb der Anteile und der deutlichen Stärkung des Eigenkapitals treffen wir nun eine schon länger geplante Entscheidung für eine starke, handlungsfähige und vollständig dem Land Brandenburg gehörende Förder- und Investitionsbank.“

Für die ILB bedeutet die Stärkung der Eigenkapitalbasis zusätzliche Handlungsspielräume. Als Bank kann sie neben Zuschüssen insbesondere Kreditprogramme, Bürgschaften und weitere Finanzierungsinstrumente einsetzen. Durch das zusätzliche Eigenkapital steigen unter anderem ihre Möglichkeiten, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren und öffentliche Mittel wirksam zu hebeln. Das bedeutet, es lassen sich deutlich höhere Investitionsvolumina für Brandenburg mobilisieren als durch reine Zuschüsse.

Ulrich Scheppan, Vorstandsvorsitzender der ILB, sieht die neue Rolle der Bank so: „Die Stärkung unseres Eigenkapitals ist ein wichtiger Schritt. Mehr Eigenkapital erweitert nicht nur unsere Stabilität als Bank, sondern vor allem unsere Fähigkeit, Investitionen zu ermöglichen. Denn Förderung ist heute weit mehr als die Vergabe von Zuschüssen. Jeder zusätzliche Euro Eigenkapital erhöht unsere Möglichkeiten, Finanzierungsmittel für Unternehmen, Kommunen und andere Investoren im Land bereitzustellen. 

Gleichzeitig setzen wir unseren Transformationskurs konsequent fort. Bereits vor zwei Jahren haben wir die strategische Neuausrichtung der ILB eingeleitet. Durch den schrittweisen Abbau unserer Mitarbeiterkapazitäten um fünf Prozent in den kommenden Jahren werden wir unsere Personalkosten entsprechend den bereits im Koalitionsvertrag formulierten Zielen der Landesregierung senken. Gleichzeitig schaffen wir durch digitalisierte Abläufe, effizientere Prozesse und moderne Systeme die Voraussetzungen dafür, diese Entwicklung zu kompensieren und unsere Leistungsfähigkeit weiter zu steigern.“

Das Transformationsprogramm der ILB bündelt die strategischen Weiterentwicklungen der Bank in den Bereichen Digitalisierung, Prozesseffizienz, und organisatorische Modernisierung. Zu den zentralen Projekten gehört dabei die Einführung eines neuen Kernbankensystems. Damit wird die Voraussetzung geschaffen, Förder- und Finanzierungsprozesse künftig einfacher, schneller und kundenorientierter gestalten zu können.

Das Finanzministerium unterstützt das Transformationsprogramm der ILB und wird seinerseits eine zentrale Stelle Förderwesen gründen. Diese soll die Steuerung, Standardisierung und Weiterentwicklung des Förderwesens des Landes Brandenburg forcieren.