
Cottbus. Die Stadtwerke Weißwasser GmbH, die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH und die Städtische Werke Spremberg (Lausitz) GmbH gehen den nächsten Schritt in Richtung klimaneutraler Wärmeversorgung.
Sie starten die konkrete Planungsphase ihres Wärmetransformationsprojektes und unterzeichnen den Planervertrag mit dem Projektkonsortium. Fraunhofer IEG trägt als wissenschaftlicher Konsortial-Partner die anwendungsnahe Forschung zur Integration und Machbarkeit von zukunftsfesten Energietechnologien und Konzepten bei.
„Wir sehen die Lausitz als Modellregion für die Wärmewende in Deutschland. Es war leicht hier fachliche Expertise und praxisnahe Umsetzungskompetenz in einem Konsortium zu bündeln“, beschreibt Anja Hanßke von Fraunhofer IEG die regionalen Startvoraussetzungen. „Wir werden die Stadtwerke dabei unterstützen, innovative Technologien wie Großwärmepumpen, Solarthermie und saisonale Speicher optimal zu integrieren und dabei stets die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten. Unsere Analysen werden auch die verschiedenen Versorgungsszenarien vergleichen – von eigenen Erzeugungsanlagen bis zu Kooperationsmodellen – um die beste Lösung für die Region zu identifizieren. Und gleichzeitig die Blaupause für Energieversorger in anderen Regionen zu zeichnen.“
Das beauftragte Konsortium vereint umfassende Planungskompetenz und wissenschaftliche Exzellenz. Neben der federführenden Fichtner Gruppe gehören dazu die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, das Forschungsunternehmen Solites sowie weitere lokale Partner. Die Wärmetransformation in der Lausitz ist ein Leuchtturmprojekt, bei dem die Partner sehr konkrete Expertise in der Planung innovativer Wärmeerzeugungsanlagen und -netze einbringen können.
Seit 2020 arbeiten die drei Stadtwerke eng zusammen, um die Wärmeversorgung in der Lausitz zukunftsfähig zu gestalten. Die Transformationsstudie des Fraunhofer IEG unter Leitung von Prof. Mario Ragwitz lieferte 2023 die erste wissenschaftliche Grundlage. Mit der aktuellen Beauftragung schaffen die drei Stadtwerke belastbare Grundlagen für Investitionsentscheidungen. Die Leistung umfasst die ingenieurtechnische Planung bis zur Genehmigungsreife auf Basis der Transformationsstudie; Ziel ist eine weitgehend dekarbonisierte, wirtschaftlich tragfähige und zuverlässige Wärmeversorgung bis Mitte der 2030er Jahre. Die Ergebnisse der Planungen sollen in der zweiten Jahreshälfte vorliegen; das Projekt wird durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) unterstützt.
Die Diskussionen über mögliche Änderungen am Gebäudeenergiegesetz (GEG) sorgen für Unsicherheiten bei Bürgerinnen und Bürgern sowie in der Wohnungswirtschaft. „Politische Rahmenbedingungen mögen sich ändern, aber die physikalische und wirtschaftliche Realität bleibt: Wir müssen unsere Wärmeerzeugung neu aufstellen“, erläutert Wolf-Thomas Hendrich, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda. „Die steigenden Kosten für fossile Energieträger machen die Transformation nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch zwingend erforderlich. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, mit professioneller Planung ein solides Fundament zu schaffen. Wir wollen wissen, welche technischen Lösungen möglich sind, was sie kosten und in welchen zeitlichen Etappen die Transformation erfolgen kann. Diese Planungssicherheit ist unbezahlbar – gerade in unsicheren Zeiten.“
Katrin Bartsch, GF der Stadtwerke Weißwasser GmbH führt aus: „Für Weißwasser ist klar: Wir brauchen fundierte Planungen, um die Wärmewende erfolgreich zu gestalten. Die gemeinsame Ausschreibung mit Hoyerswerda und Spremberg war der richtige Weg – sie bringt uns nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern auch Zugang zu erstklassiger Expertise.“
Die Planungsphase ist nun entscheidend dafür, dass in den kommenden Jahren die richtigen Investitionen getätigt und die Wärmewende erfolgreich umgesetzt wird. Bis 2027 will das Projekt wissen, welche Investitionen für zukunftsfeste Wärmeerzeugung notwendig sind, wie wirtschaftlich diese im Vergleich zu klassischen Optionen sind und welche Fördermittel zur Verfügung stehen.
Der Beitrag Lausitz als Modellregion für die Wärmewende erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.