Leipzig. In Zeiten zunehmenden Kostendrucks und Fahrermangels stellt das fahrerlose Fahren im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine Schlüsseltechnologie dar, um ein breit aufgestelltes Mobilitätsangebot dauerhaft zu sichern.

Das Vorhaben SIAS-ÖV widmet sich daher der Erprobung eines fahrerlosen, hochautomatisierten ÖPNV-Systems, das periphere Stadtteile effizient an den Nahverkehr anbinden soll. Durch die Lösung komplexer technischer Fragen und die flankierende Erprobung unter Praxisbedingungen im Leipziger Verkehrsalltag soll erstmals ein komplett fahrerloses und herstellerunabhängiges Referenzsystem zur Serienreife geführt werden. Das Projekt bildet die »Blaupause« für einen fahrerlosen Regelbetrieb ab 2030 und verschafft Sachsen eine technologische Vorreiterrolle im Bereich autonomer ÖPNV-Systeme.

Das Vorhaben wird durch einen interdisziplinären Verbund von acht Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft realisiert. Die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH koordiniert das Projekt. Beteiligt sind außerdem die Branchengrößen IAV GmbH und DEKRA GmbH, die renommierte Verkehrsfakultät der TU Dresden, das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) sowie die in Leipzig ansässigen Unternehmen BitCtrl Systems GmbH, glts cotech GmbH und Yunex GmbH.

In der aktuellen Förderperiode 2021 bis 2027 zählt das Projekt zu den größten Verbundvorhaben im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) in Sachsen. Die Europäische Kommission und der Freistaat Sachsen stellen Fördermittel in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro als Zuwendung im Rahmen der sächsischen EFRE-Technologieförderung 2021-2027 bereit.

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