Dresden. In einem unverändert schwierigen Umfeld hat die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) im vergangenen Jahr 18 Neuansiedlungen und Firmenerweiterungen mit einem Volumen von 211,09 Millionen Euro betreut. 

Damit werden 868 Arbeitsplätze geschaffen bzw. erhalten. Erneut verteilten sich die Projekte nahezu über den gesamten Freistaat Sachsen und erfolgten sowohl in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz als auch in den Landkreisen Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie im Erzgebirgs- und Vogtlandkreis. Die Investoren kommen schwerpunktmäßig aus Deutschland sowie aus den Niederlanden, Finnland, der Schweiz, Japan, Taiwan und den USA.

„Immer deutlicher wird die Anziehungskraft der ESMC-Ansiedlung auf Zulieferer und Dienstleister der Branche. Besonders erfreulich ist, dass sich mehrere Unternehmen für Sachsen als Zentrale für den Start ihrer europäischen Aktivitäten entschieden haben. Das zeigt, welche wichtige Schlüsselposition die Region ‚Silicon Saxony‘ im weltweiten Wettbewerb mittlerweile hat“, erklärt WFS-Geschäftsführer Thomas Horn.

Eines der investierenden Unternehmen ist Kurita. Kurita stärkt mit ihrer Tochtergesellschaft Arcade Engineering GmbH die sächsische Halbleiterindustrie durch spezialisierte Lösungen für die Wasser- und Abwasseraufbereitung, die auf die hohen Reinheits- und Prozessanforderungen der Branche zugeschnitten sind. Parallel dazu engagiert sich Kurita Water Industries in regionalen Initiativen zur Weiterentwicklung der industriellen Wasserbehandlung, insbesondere in den Bereichen Abwasserrecycling und ressourceneffiziente Kreislaufführung. „Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an nachhaltigen Versorgungslösungen in der europäischen Halbleiterproduktion plant die Kurita Gruppe, ihre Aktivitäten in Sachsen weiter auszubauen und langfristig zur technologischen und ökologischen Stabilität der Branche beizutragen«, sagt Naoto Hasaka, General Manager Branch Dresden der Kurita Water Industries Ltd.

Im Rahmen ihrer Branchenarbeit unterstützt die WFS Technologie- und Innovationsfelder mit Zukunftspotenzial und arbeitet dabei eng mit Partnern aus der Wissenschaft, Netzwerken und Clustern in branchenübergreifenden und interdisziplinären Projekten zusammen. So hat die WFS die Gründung des Radiopharmazie-Clusters nuklid im Januar 2025 unterstützt, für die Ernährungswirtschaft eine Konzept-Studie zur Entwicklung eines Innovationsökosystems Food erstellen lassen und das Thema Bioökonomie im Rahmen des Bioökonomie-Forums Sachsen vorangetrieben.

Auf aktuelle Entwicklungen im Bereich Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hat die WFS mit der Einstellung eines Branchenleiters reagiert, der Ansprechpartner für sächsische Unternehmen ist und die Vernetzung sowie Kooperationen unterstützen soll. Darüber hinaus hat die WFS wieder das etablierte Format der Projektwerkstätten, die einen speziellen Branchen- oder Technologiefokus haben, mit 18 Veranstaltungen fortgesetzt. Dabei konnten sich knapp 1.200 Teilnehmer u.a. zu den Themen Robotik & KI – Anwendungen für den Mittelstand, Automatisierte Produktion für die Zell- und Gentherapie, zur Zukunft des Obstbaus sowie in der simul+-Werkstatt RegioHolz austauschen.

Im Außenhandel bleibt Europa ein wichtigster Absatzmarkt. Im vergangenen Jahr waren die USA (4,8 Mrd. Euro) mit einem Anteil von fast zehn Prozent an den sächsischen Gesamtexporten (50,6 Mrd. Euro) vor China (4,5 Mrd. Euro) und dem Vereinigten Königreich (4,2 Mrd. Euro) Sachsens wichtigster Handelspartner. Im Vergleich zum Vorjahr (2024) waren die Exporte in die USA aufgrund der verhängten Zölle allerdings um sechs Prozent zurückgegangen. Europa bleibt mit einem Anteil von 63 Prozent der wichtigste Absatzmarkt für sächsische Waren. Tschechien und Polen zählen weiterhin zu den Top fünf der sächsischen Handelspartner.

Die Herausforderungen und Chancen im Auslandsgeschäft thematisiert der Außenwirtschaftstag Sachsen in diesem Jahr unter der Überschrift »Vom Umbruch zum Aufbruch«. Die Veranstaltung am 16. April in Chemnitz bietet ein vielfältiges Programm zu internationalen Geschäftsmöglichkeiten mit Vorträgen, Beratungsgesprächen mit Länderexperten sowie die Gelegenheit zum Networking. Dabei ist der Außenwirtschaftstag Sachsen nicht nur die Plattform für den Austausch von Ideen sein, sondern zeigt praxisnahe Lösungsansätze für Unternehmen auf, die sich den Anforderungen des globalen Wandels stellen.

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