
Jena. Zwei hochpräzise ASTRO APS Sternsensoren des Thüringer Raumfahrtunternehmens Jena-Optronik GmbH übernahmen eine entscheidende Rolle im Rahmen der erfolgreichen NASA Mission Artemis II im Weltall.
Sie leiteten das Raumschiff „Orion“ sicher auf seinem Weg in die Mondumlaufbahn. Artemis II hat erfolgreich das All durchkreuzt. Für die Entwicklung und den Bau des Raumschiffs trug Lockheed Martin die Verantwortung. Für die exakte Ausrichtung und Navigation des Raumschiffs auf seinem langen Weg zum Mond – und zurück – vertraute das US-Unternehmen auf Sternsensoren vom Typ ASTRO© APS aus Jena.
Für diese besondere Mission sind Genauigkeit und Zuverlässigkeit von größter Bedeutung. Die Genauigkeit wird maßgeblich durch die enormen Entfernungen zwischen Erde und Mond bestimmt. Bereits kleine Fehler können aufgrund der großen Distanz zwischen der Erde und seinem Trabanten zu erheblichen Kursabweichungen bei der Raumkapsel führen. Da der Treibstoffvorrat für Lenkmanöver begrenzt ist, müssen Korrekturen möglichst vermieden werden. Bei astronautischen Missionen ist die Zuverlässigkeit ganz besonders wichtig. Einmal im All muss der Sternsensor ohne äußeren Eingriff zuverlässig die Orientierungsinformation liefern, um so den Erfolg der Mission zu gewährleisten und die Astronauten an Bord wieder sicher zurück zur Erde zu bringen.
Der Sternsensor dient als Navigationssystem für das Raumschiff und nutzt dabei die immer vorhandenen Sterne zur Orientierung. Im ersten Schritt nimmt er Bilder der Sterne im Sichtfeld des Sensors auf. Die Lage der Sterne und deren Bewegungsbahnen in der Galaxie sind bekannt und können im Sternsensor als Sternkatalog gespeichert werden. Mit diesem Katalog lässt sich das Sternenbild für einen beliebigen Zeitpunkt bestimmen.Im zweiten Schritt ermittelt der Sternsensor aus dem Vergleich mit dem Sternkatalog die Orientierung der Satelliten oder Raumschiffe, wie in diesem Fall Orion. Diese Informationen gibt er an das Steuerungssystem weiter und ermöglicht damit die präzise Einhaltung der zuvor berechneten Flugbahnen.
So konnte der Sternsensor das Orion-Raumschiff zum Mond sowie wieder sicher zurück zur Erde zu führen.
Peter Kapell, Geschäftsführer der Jena-Optronik zur Bedeutung der Mission: „Europas Beteiligung am Artemis-Programm bietet die Möglichkeit, die zukünftige Mondinfrastrukturmitzugestalten und auch an weiteren, anderen Mondmissionen teilzunehmen. Dadurch kann Europa seine Expertise und technologischen Fähigkeiten in der Raumfahrt stärken und eine führende Rolle bei der Erforschung des Mondes übernehmen.“
Der Beitrag Hightech aus Jena im Weltall unterwegs erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.