Eine aktuelle Blitzumfrage der Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) zeigt, dass die Thüringer Wirtschaft überdurchschnittlich stark von steigenden Energie- und Rohstoffpreisen betroffen ist. Preissteigerungen sind zu befürchten.

Seit dem 28. Februar 2026 läuft der Iran-Konflikt. In der Folge kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen auf den Märkten für Rohöl, Flüssiggas, Stickstoff-Dünger und Helium. Lieferketten sind gestört und Energieinfrastruktur beschädigt. Energie, Produkte und Logistik werden teurer und deswegen in allen Bereichen spürbare Preissteigerungen nach sich ziehen. Die Auswirkungen werden über das unmittelbare Kriegsgeschehen hinaus anhalten.

In Thüringen berichten 76 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Energiekosten, 68 Prozent von höheren Fracht- und Transportkosten und 65 Prozent von gestiegenen Rohstoff- und Materialkosten. Die Belastung fällt dabei höher aus als im Bundesdurchschnitt. Dies resultiert einerseits aus einem starken Energieeinsatz in einigen Thüringer Industriezweigen und andererseits aus den ohnehin stark strapazierten Kostenstrukturen. Die Thüringer Wirtschaft befindet sich bereits seit der Corona-Pandemie in einer anhaltenden Krise. Die aktuelle Entwicklung verschärft diese Lage weiter.

Unternehmen reagieren entsprechend: 57 Prozent nehmen Preiserhöhungen vor, 52 Prozent verstärken ihr Risikomanagement und Monitoring, 47 Prozent verschieben Projekte und Investitionen, 28 Prozent erhöhen ihre Lagerhaltung. 

Besonders kritisch ist die Entwicklung bei den Investitionen. Wenn nahezu jedes zweite Unternehmen Projekte zurückstellt, verschlechtert sich die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung weiter.

In einem im April 2026 vorgelegten 13-Punkte-Plan hatten die Präsidenten der Thüringer IHK kürzlich nochmals eine konsequente Senkung der Energiepreise, den Abbau von Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine insgesamt wettbewerbsfähigere Steuer- und Abgabenpolitik gefordert. Ziel ist es, die strukturellen Standortnachteile zu beseitigen und Investitionen wieder zu ermöglichen.

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