
Chemnitz. Allein 2026 investiert die enviaM-Gruppe rund 600 Millionen Euro in die Erneuerung, Erweiterung, Instandhaltung und den Betrieb der Netzinfrastruktur. Bis 2030 sind rund drei Milliarden Euro weitere Investitionen geplant.
Mit einem Geschäftsergebnis von 363,7 Millionen Euro im Jahr 2025 (2024: 353,3 Millionen Euro) baut die enviaM-Gruppe ihre Position weiter aus. Der enviaM-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Lowis erklärt dazu. „Unser Netzgebiet ist Vorreiter bei der Einspeisung erneuerbarer Energien. Die erneuerbare Stromeinspeisung liegt mit 133 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt. Das ist ein klarer Standortvorteil. Er zeigt sich in einer steigenden Nachfrage nach Netzanschlüssen, insbesondere durch Rechenzentren und neue Industrieansiedlungen in unserem Netzgebiet. Das Energiesystem wird damit zunehmend zum Fundament für digitale und wirtschaftliche Souveränität in Europa. Deshalb betreiben wir konsequent weiter den Netzausbau, um vorhandene Kapazitäten bestmöglich zu nutzen und den wachsenden Strombedarf zuverlässig abzudecken.“
Die Dynamik unterstreichen auch die aktuellen Zahlen: Zwischen Dezember 2024 und Dezember 2025 wurden rund 27.000 neue Photovoltaikanlagen, mehr als 60 Windenergieanlagen sowie etwa 10.000 Speichermodule in das Netz integriert. Parallel dazu stieg die Nachfrage aus Industrie, Gewerbe, Rechenzentren und Großspeichern deutlich an. Ende Januar 2026 lagen rund 3.100 Anschlussanfragen mit einem potenziellen Leistungsbedarf von rund 124 Gigawatt vor.
Die installierte Gesamtleistung erneuerbarer Energien im Netzgebiet erreichte 2025 mehr als 13 Gigawatt. Dies ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber den Vorjahren. Die Nachfrage nach Netzanschlüssen bleibt damit auf historisch hohem Niveau. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Netzanschlussbooms gilt es, den Zugang zu begrenzten Netzkapazitäten anzupassen. „Die Bundespolitik muss hierfür geeignete Rahmenbedingungen schaffen“, ergänzt Lowis.
Auch in der Eigenerzeugung hat die enviaM Gruppe ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Die installierte Leistung erneuerbarer Energien stieg 2025 auf rund 214 Megawatt. Wesentliche Beiträge leisten der neue Solarpark Auenhain bei Leipzig sowie Photovoltaikanlagen auf eigenen Unternehmensstandorten.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromaufkommen liegt bei 59,2 Prozent, in der Wärmeversorgung bei 18,2 Prozent. Die Dekarbonisierung der Fernwärme wird weiter vorangetrieben – unter anderem durch den geplanten Einsatz von Biomethan ab 2026 an den Standorten Meuselwitz, Plauen, Herzberg und Vetschau.
Das Rückgrat der Transformation ist ein leistungsfähiges Stromnetz. Der Fokus liegt auf neuen und ertüchtigten Hochspannungsleitungen, der Modernisierung von Umspannwerken sowie der Digitalisierung der Verteilnetze bis in die Niederspannung.
Jeden Tag gehen rechnerisch drei digitale Ortsnetzstationen und drei Trafostationen mit digitaler Technik ans Netz. Sie schaffen Transparenz, ermöglichen intelligente Steuerung und sichern die Integration erneuerbarer Energien auch bei weiterwachsender Einspeisung. Bis 2030 sollen mehr als 4.000 digitale Trafostationen aufgebaut und 3.000 digital nachgerüstet sein.
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