
Berlin. Auf der ILA Berlin zeigt ONBERG moderne Drohnenabwehr. Der Standort Brandenburg an der Havel spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Systemansatz für den Schutz kritischer Infrastrukturen.
Von Matthias Salm
Auf der ILA Berlin Air Show 2026 präsentiert ONBERG mit Sitz in Brandenburg an der Havel, das Joint Venture von HD Advanced Technologies und Ondas, einen ganzheitlichen Ansatz für moderne Drohnenabwehr. Statt einzelne Technologien isoliert zu betrachten, verbindet ONBERG Erkennung, Lagebild, Command & Control sowie autonome Wirksysteme zu einem integrierten Gesamtsystem.
Dabei verbindet ONBERG international erprobte Technologien aus Israel mit industrieller Stärke und Skalierungsfähigkeit aus Deutschland. So entstehen in Brandenburg an der Havel Lösungen, die nicht nur technologisch leistungsfähig sind, sondern auch die Voraussetzungen für eine industrielle Fertigung und den breiten Einsatz in Europa schaffen. Dabei erweitert das Unternehmen den Blick von der reinen Drohnenabwehr hin zu integrierten Sicherheitslösungen hinweg.
ONBERG ist ein Joint Venture von HD Advanced Technologies (HDAT), einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Heidelberger Druckmaschinen AG (HEIDELBERG), und Ondas Autonomous Systems (OAS), eine Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Ondas, Inc. Ondas ist ein führender amerikanisch-israelischer Anbieter autonomer Verteidigungs- und Sicherheitssysteme. Dazu gesellt sich die Maschinenbaukompetenz und Präzisionsmechanik der Heidelberger Druckmaschinen AG.
Frank Wagner, Geschäftsführer der HD Advanced Technologies, beschreibt die weiteren Schritte des Unternehmens. Gegenwärtig sei man dabei, die aktuellen Produkte am Markt zu platzieren. In der nächsten Phase sollen die Produkte dann am Standort produziert und die Prozesse hochskaliert werden. In einem weiteren Schritt kann dann die technologische Entwicklung weiter vorangetrieben werden.
Das Drohnenabwehrsystem von ONBERG arbeitet wie folgt: Lufträume rund um die kritische Infrastruktur werden überwacht und eindringende Drohnen detektiert. Handelt es sich um fremde Drohnen, wird versucht, das Kommando über die Drohne zu erlangen. Gelingt dies nicht, fängt ein Sicherungsnetz die Drohne ab. „Das Produkt ist bereits in Deutschland im Einsatz“, bestätigt Wagner. Matthias Rößling, der Standortleiter in Brandenburg an der Havel erklärt gegenüber Redaktionsnetzwerk Ost, warum die Wahl auf Brandenburg fiel: „Wir haben bei einer Delegationsreise in Israel unsere Partner überzeugen können, dass wir in der Lage sind, eine Industrie aufzubauen. Dann haben wir innerhalb des Unternehmens nach dem geeigneten Standort gesucht. Für Brandenburg an der Havel sprach die große Freifläche von etwa 40 Hektar, um dort die Systeme zu erproben. Der zweite Vorteil des Standorts ist die Nähe zur potenziellen Kundschaft in Berlin.“
Der Standort in Brandenburg an der Havel – rund 75 Kilometer südwestlich von Berlin – zählt seit 1991 zu den zentralen Produktionsstätten der Heidelberger Druckmaschinen AG. Hier entstehen als Teil des Produktionsnetzwerkes des Unternehmens hochwertige mechanische Komponenten und komplexe Baugruppen, die sowohl in der internen Produktion von Druckmaschinen als auch für externe Industriekunden eingesetzt werden.
Auf einer Produktionsfläche von rund 30.000 Quadratmetern fertigen knapp rund 380 Mitarbeitende ein breites Spektrum an Bauteilen: darunter Wellen, Walzen, kubische Komponenten sowie ein großes Portfolio montierter Baugruppen.