
Berlin. Berlin festigt seine Spitzenposition als führende Kongress- und Veranstaltungsmetropole Deutschlands: 2025 kamen 13,7 Millionen Menschen zu rund 87.000 Veranstaltungen in die Hauptstadt. Das zeigt eine Statistik von visitBerlin.
Damit stieg die Zahl der Teilnehmenden gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent; die Anzahl der Veranstaltungen um 0,7 Prozent.
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, freut sich: „Berlin ist die führende Meeting- und Kongressmetropole Deutschlands – allein letztes Jahr kamen rund 10 Millionen nationale und internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kreativbranche für berufliche Zwecke zusammen. Ungefähr jeder zehnte Arbeitsplatz hängt an der Tourismus- und Kongresswirtschaft. Damit Berlin auch in Zukunft Kongressstandort Nummer eins bleibt, investieren wir gezielt in moderne Infrastruktur und nachhaltige Formate: mit dem Kongressfonds für nachhaltiges Tagen, mit neuen Messekapazitäten wie dock9 oder der Revitalisierung des ICC – und mit starken privaten Partnern.“
Bei Kongressen, Tagungen, Seminaren und ähnlichen beruflich geprägten Formaten zeigt sich Berlin besonders stark: 2025 fanden davon 64.690 Veranstaltungen (+6 Prozent ggü. 2024) mit 10 Millionen Teilnehmenden (+10 Prozent gg. 2024) statt. Der Anteil dieser Veranstaltungen macht 74,5 Prozent des Berliner Veranstaltungsmarkts aus und liegt über dem bundesweiten Durchschnitt von 68 Prozent. Das zeigt: Berlin ist nicht nur Kultur-, Konzert- und Festivalstadt, sondern auch ein wichtiger Ort für Kongresse, Tagungen und fachlichen Austausch. Rund 25 Prozent des Berliner Veranstaltungsmarkts entfällt auf Kultur- und Sportevents, Konzerte, Festivitäten, Bankette und Jubiläen.
Dr. Jürgen Amann, Geschäftsführer von visitBerlin, ergänzt: „Jeder fünfte Veranstaltungsgast kam 2025 aus dem Ausland nach Berlin, bei Business-Veranstaltungen sogar fast jede vierte Person. Dies macht unsere Stadt zu einer der führenden Meeting-Destinationen Europas und zu einem globalen Treffpunkt für Wirtschaft, Wissenschaft und Kreative.“
Der Anteil internationaler Veranstaltungen lag 2025 in Berlin bei 23 Prozent; bundesweit waren es im Durchschnitt 9,5 Prozent. Auch bei den Teilnehmenden zeigt sich die internationale Strahlkraft der Stadt: 2,6 Millionen (20 Prozent) reisten aus dem Ausland an. Bei Business-Veranstaltungen lag der Anteil internationaler Teilnehmender sogar bei 23 Prozent. Die wichtigsten internationalen Quellmärkte für Berlin waren Nordamerika (14 Prozent), das Vereinigte Königreich (13,5 Prozent) und Frankreich (9 Prozent).
Die stärksten Branchen im Berliner Kongress- und Veranstaltungsmarkt waren IKT, Medien und Kreativwirtschaft (21 Prozent), Wissenschaft und Forschung (14 Prozent) sowie Gesundheit und Medizin (13 Prozent). Die Branchenstruktur unterstreicht die Bedeutung Berlins als Standort für Innovation, Forschung und Kreativwirtschaft.
Berlin ist zudem deutscher Marktführer bei Großveranstaltungen. Der Anteil von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen lag bei 3,6 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt von 2 Prozent. Gleichzeitig tragen kleinere und mittlere Formate zur Stabilität des Berliner Markts bei: Knapp zwei Drittel der Kongresse, Tagungen und Seminare fanden mit bis zu 100 Teilnehmenden statt und werden überwiegend in Tagungshotels und Eventlocations ausgerichtet.
Um die Nachfrage nach Großveranstaltungen bedienen zu können, entstehen in Berlin zusätzliche Kapazitäten. So plant das Estrel eine deutliche Erweiterung: Neben dem Estrel Tower soll eine weitere Eventhalle entstehen. Ute Jacobs, Managing Director, Estrel Berlin: „Mit dem Estrel Tower setzen wir neue Maßstäbe für den Veranstaltungsstandort Berlin. Als erster Wolkenkratzer der Hauptstadt mit 522 zusätzlichen Hotelzimmern und Suiten sowie innovativen Eventflächen sprechen wir neue Zielgruppen an. Gemeinsam mit der geplanten Eventarena für bis zu 10.000 Gästen schaffen wir zusätzliche Kapazitäten, stärken die Wettbewerbsfähigkeit Berlins im internationalen MICE-Markt und leisten einen nachhaltigen Beitrag dazu, dass die Hauptstadt ihre Spitzenposition als führende Meeting-Destination Deutschlands und Europas weiter ausbauen kann.“
Mit dock9 entsteht zudem bis 2028 auf dem Gelände der Messe Berlin eine weitere Kongresshalle für bis zu 5.000 Personen. „Berlin wächst als internationale Meeting-Destination. Mit dock9 schaffen wir die Kapazitäten, um dieses Wachstum langfristig zu begleiten“, sagt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. „Die neue multifunktionale Kongresshalle erweitert unser Angebot für große Kongresse, Corporate Events und internationale Veranstaltungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Messe- und Kongressstandorts Berlin nachhaltig. dock9 ist eine Investition der Messe Berlin in die Zukunft Berlins als globaler Treffpunkt für Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation.“
Der Veranstaltungskalender der kommenden Monate unterstreicht Berlins internationale Bedeutung als Meeting-Metropole: Im Juni fanden gleich mehrere Großveranstaltungen statt, darunter die SuperReturn International und die ILA. Im Juli folgt der WeAreDevelopers World Congress. Der September steht mit IFA und InnoTrans ganz im Zeichen globaler Leitmessen, bevor im Oktober mit dem World Health Summit und dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie internationale Medizinkongresse dominieren. Im November rücken u.a. mit der Neurowoche (inklusive Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie) sowie der Berlin Freedom Conference weitere hochkarätige Formate in den Fokus, während der Dezember mit dem EHC26 European Headache Congress den Jahresabschluss bildet.
Auch für 2027 ist der Kalender bereits dicht gefüllt: Im Januar startet die World Money Fair, im Mai folgt die re:publica. Ein besonderer Erfolg ist die Akquise des EULAR-Kongresses im Juni, der Berlin erneut als Standort für medizinische Spitzenkongresse positioniert. Im weiteren Jahresverlauf stehen unter anderem die Weltkonferenz für Veterinärparasitologie im August sowie der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft im Oktober auf dem Programm.