Berlin/Potsdam. Der Berliner Senat und die Brandenburgische Landesregierung haben eine neue „Innovationsstrategie der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 2035“ (InnoBB 2035) beschlossen. 

Damit setzen die beiden Länder ihre seit 2011 bestehende Zusammenarbeit in der Innovationspolitik fort und passen diese an die aktuellen Herausforderungen und Potenziale an. Ziel ist es, gemeinsam den Innovationsstandort zu stärken, die notwendige Transformation voranzutreiben und die Zukunft der Region aktiv zu gestalten. 

„Wir gehören zu der am stärksten wachsenden Innovationsregion Deutschland“, erklärt Berlins Wirtschaftssenatorin Giffey. Mit der neuen Strategie setzen Berlin und Brandenburg auf Lösungen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der Region nachhaltig verbessern. „Wir unterstützen damit auch die Hightech-Agenda der Bundesregierung“, erklärt Giffey. „Wir wollen weiterhin die besten Köpfe und Hände in die Hauptstadtregion holen und im europäischen Wettbewerb vorn liegen. Deshalb setzen wir weiterhin auf die starke Zusammenarbeit zwischen Berlin und Brandenburg.“

Mit ihrem themenorientierten Ansatz bündelt die Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg  Kräfte, um zentrale Herausforderungen wie die digitale Transformation, Klimaschutz und Ressourceneffizienz, den demografischen Wandel, soziale Teilhabe anzugehen. Zudem haben sich in den letzten Jahren auch neue Themen ergeben wie der Bereich Verteidigung, Sicherheit und Resillienz. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement betonte, dass sich sowohl Brandenburg als auch Berlin mittlerweile zu der Verteidigungsindustrie bekennen. 

Die Strategie definiert fünf zentrale Zukunftsbereiche, die die wirtschaftliche Dynamik und wissenschaftliche Exzellenz der Hauptstadtregion widerspiegeln sowie die spezifischen Stärken und Potenziale bündeln. 

Die fünf Zukunftsbereiche sind:

  • Innovative Mobilität
  • Digitale Technologien & Creative Tech
  • Gesundheit & Teilhabe
  • Intelligente Energiesysteme
  • Innovative nachhaltige Produktion & Materialien

Die entscheidenden Ansatzpunkte für die Stärkung der Innovationsökosysteme in den genannten Zukunftsbereichen sind folgende vier Erfolgsfaktoren:

  • Wissens- und Technologietransfer,
  • Betriebliche Innovationskultur & Entrepreneurship,
  • Lebenslanges Lernen & neue Arbeitsformen sowie
  • Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen

Die Zusammenarbeit der Innovationsakteure über Ländergrenzen hinweg ist dabei von zentraler Bedeutung, um Innovationen in diesen Zukunftsbereichen nicht nur zu entwickeln, sondern auch in die Anwendung und Skalierung zu führen.

Die länderübergreifende Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg lässt sich an zahlreichen Projekten im Innovationsökosystem der Hauptstadtregion erkennen:

Beispielsweise entwickelt das europäische Großprojekt APECS Pilotlinie („Advanced Packaging and Heterogeneous Integration for Electronic Components and Systems“) im Verbund führender Forschungsinstitute der Region neue Fertigungsverfahren und -prozesse in der Mikroelektronik. Diese tragen dazu bei, die Unabhängigkeit und Leistungsfähigkeit Europas in dieser Schlüsseltechnologie zu verbessern. Das Konsortium wird von der Fraunhofer Forschungsfabrik Mikroelektronik in Berlin koordiniert und umfasst neben europäischen Partnern mehrere Institute der Leibniz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft in Berlin und Brandenburg.

Ein weiteres Beispiel sind die Zukunftswerkstätten Innovative Versorgung. Dieses gemeinsame Veranstaltungsformat der Länder Berlin und Brandenburg richtet sich an Akteure der ambulanten und stationären Versorgung, von Krankenkassen sowie der Gesundheitsverwaltung.

Das Batterieforum Berlin-Brandenburg, das in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal stattfand, bietet Akteuren aus der Hauptstadtregion eine wertvolle Plattform für Vernetzung, Austausch und Kooperation. Diese und weitere länderübergreifenden Formate sollen auch in Zukunft einen Beitrag zur Stärkung des regionalen Innovationsökosystems leisten.

Die InnoBB 2035 ist als Strategie der intelligenten Spezialisierung (S3) die zentrale Grundlage für den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Sie greift die spezifischen Stärken und Potentiale des Innnovationsökosystems der Hauptstadtregion auf und ist konsequent an den europäischen und nationalen Innovationsleitlinien ausgerichtet. Dies sichert Synergien zwischen regionalen, nationalen und europäischen Initiativen und trägt durch Innovation langfristig zur Sicherung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in der gesamten Hauptstadtregion bei. Gleichzeitig können Impulse zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen gesetzt werden – in der Region, in Deutschland und in Europa.