Berlin. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat mit den Wissenschaftsministerinnen und -ministern der beteiligten Länder die künftigen Fusionshubs vorgestellt, die im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland gefördert werden. 

Die Partner der Fusionsallianz Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein begrüßen die Einrichtung aller drei beantragten Hubs. Sachsen ist mit Projektpartnern aus dem Netzwerk SaxFusion in jedem vertreten, darunter das HZDR und das Fraunhofer IWS. Der Hub für Magnetfusion soll rund um das IPP in Garching bei München entstehen. Der Hub für Laserfusion knüpft an das XFEL in Hamburg und den Standort Biblis an. Zudem soll ein Hub mit dem Fokus auf Brennstoffkreislaufee und Materialentwicklung rund um das KIT in Karlsruhe entstehen.

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow zu der Entscheidung: „Die Beteiligung sächsischer Forschungseinrichtungen im Netzwerk SAXFUSION in allen drei Hubs spricht für die Kompetenz des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts im Bereich der Physik, Materialentwicklung, Energietechnik und Anlagenbau. Die Entscheidung belegt das hier vorhandene breite technologische Know-how, das für die Entwicklung beider Fusionsprinzipien, der Magnetfusion und der Laserfusion, gefragt ist.“

Seine Amtskollegin Bettina Martin aus Mecklenburg-Vorpommern ergänzt: „Das ist ein Meilenstein für die Fusionsforschung in Mecklenburg-Vorpommern. Und natürlich ein großer Erfolg für die Forschungseinrichtungen IPP mit dem weltweit führenden Stellarator Wendelstein 7-X und für das neue Helmholtz-Institut in Rostock, HEDI, das in der Laserfusion Spitzenforschung betreibt. Zusammen mit unseren beiden Universitäten sind diese Forschungseinrichtungen maßgebliche Partner in zwei der drei Fusions-Hubs. Ein klares Zeichen, dass in Mecklenburg-Vorpommern wegweisende Spitzenforschung in diesem hoch innovativen Zukunftsfeld betrieben wird. Für diesen Erfolg hat das Land über viele Jahre in diesen Forschungsbereich investiert – und zwar bereits zu Zeiten, als noch viele diese Technologie belächelt haben.“

Mit der Einrichtung der Fusionshubs im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland entsteht eine zentrale Plattform, die die Kompetenzen in den Bereichen Laser- und Magnetfusion bündelt, den Austausch zwischen den Akteuren stärkt und den Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung beschleunigt. Der Ansatz der Hubs soll Start-ups im Fusionsbereich, wissenschaftliche Einrichtungen sowie führende Unternehmen der Hightech-Industrie und ihre Wertschöpfungs- und Lieferketten eng zusammenbringen.

Der Start der ersten Förderphase der Hubs ist für August 2026 vorgesehen. Zunächst werden belastbare Governance-Strukturen aufgebaut, um die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Wirtschaft und weiteren Partnern effizient zu koordinieren. Direkt im Anschluss sollen erste gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf den Weg gebracht werden. Für die erste Förderphase stellt das BMFTR rund 125 Millionen Euro bereit. Bis 2029 wird das Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Fusionhubs in sechs Ausbaustufen kontinuierlich erweitert.