
Bad Langensalza. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hat einen Förderbescheid über rund 498.000 Euro an das Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (fzmb) in Bad Langensalza übergeben.
Mit der Förderung unterstützt der Freistaat die Anschaffung einer neuen Geräteplattform für die hochpräzise Dosierung kleinster Materialmengen zur Herstellung von bioaktiven Schichten und Mehrschichtstrukturen. Diese bilden die Grundlage zur Entwicklung neuer, diagnostischer Biosensoren. Die Gesamtinvestition des fzmb beläuft sich auf rund 554.000 Euro.
„Mit dem neuen Gerätesystem stärken wir die technologische Leistungsfähigkeit des fzmb in einem seiner wichtigsten Kompetenzbereiche – der Entwicklung von Biosensoren“, sagte die Wirtschaftsministerin bei der Übergabe. Diese seien beispielsweise in der Medizin und Medizintechnik sowie in der Lebensmittelwirtschaft gefragt.
Mit dem am fzmb geförderten Gerätesystem können kleinste Mengen von Flüssigkeiten, Hydrogelen und pastösen Materialien präzise und berührungslos dosiert werden. Das ist eine Voraussetzung für die Entwicklung diagnostischer Biosensoren. Mit der neuen Technik sollen Entwicklungsprozesse beschleunigt, der Materialverbrauch reduziert und zugleich die Qualität und Vergleichbarkeit von Biosensor-Prototypen verbessert werden.
Das fzmb gehört zu den zehn wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Thüringen. Das gemeinnützige Forschungszentrum arbeitet nach dem „One-Health“-Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Diagnostik, Bio- und Lebensmittelanalytik sowie Veterinärmedizin. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt das fzmb beispielsweise diagnostische Testsysteme, Analyseverfahren und weitere Lösungen für Medizin, Veterinärmedizin und Lebensmittelwirtschaft.
Die zehn wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen in Thüringen beschäftigen zusammen rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Ihr Forschungsspektrum reicht von Mikro- und Medizintechnik über Werkstoff-, Fertigungs-, Textil- und Kunststoffforschung bis hin zu Wasserstoff- und Bioenergietechnologien. Als Bindeglied zwischen Forschung und Wirtschaft unterstützen sie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei, neue Technologien, Produkte und Verfahren zu entwickeln und in den Markt zu bringen.