
Jänschwalde. 1976 begannen mit dem ersten Spatenstich für das Hauptgebäude die Bauarbeiten für eines der größten Braunkohlekraftwerke Europas. Jetzt wird der Kraftwerksgigant in der Lausitz zum Energiewendecluster.
Zwischen 1981 und 1988 gingen im Kraftwerk Jänschwalde insgesamt sechs Kraftwerksblöcke mit jeweils 500 MW schrittweise ans Netz. Mit einer installierten Gesamtleistung von 3.000 MW entwickelte sich das Kraftwerk Jänschwalde zu einem zentralen Pfeiler der ostdeutschen Energieversorgung. Auf die Grundsteinlegung vor 50 Jahren und eine bewegte Geschichte blickten der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, der Personalvorstand der LEAG, Jörg Waniek, sowie Vertreter aus Politik und Behörden zurück.
Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, sagte anlässlich des Jubiläums: „Als Lausitzer verbinde ich mit dem Blick auf die Türme des Kraftwerks Jänschwalde immer den Begriff Sicherheit. Das Kraftwerk steht seit 50 Jahren für eine sichere Energieversorgung und für sichere Arbeitsplätze, für Wertschöpfung und Wohlstand.“
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Kraftwerk Jänschwalde umfassend modernisiert. Investitionen in Milliardenhöhe in Rauchgasreinigung, Umwelttechnik und Effizienzsteigerung reduzierten die Emissionen deutlich und steigerten den Wirkungsgrad. Gleichzeitig blieb das Kraftwerk ein bedeutender Arbeitgeber in der Lausitz. Zahlreiche Industrie-, Wartungs- und Serviceunternehmen entwickelten sich rund um den Standort. Mit den energiepolitischen Entscheidungen zum Kohleausstieg begann die schrittweise Transformation. Zwei Kraftwerksblöcke wurden 2018 und 2019 in die Sicherheitsbereitschaft überführt, konnten aber erfolgreich befristet während der Energiekrise zu Beginn des Ukraine-Kriegs reaktiviert werden. Block A ging zum Jahresende 2025 in die zeitlich gestreckte Stilllegung. Aktuell sind noch 1.500 MW Kraftwerksleistung regulär für den Strommarkt verfügbar. Ende 2028 werden alle Kraftwerksblöcke gemäß Kohleausstiegsgesetz endgültig stillgelegt.
„Mit dem bevorstehenden Betriebsende des Kraftwerks Jänschwalde Ende 2028 gehen hier nicht die Lichter aus. Nach 45 Jahren sicherer Stromerzeugung stehen wir zum einen in der Verantwortung für die aktuell noch 578 Beschäftigten, von denen keiner ins Bergfreie fallen wird. Zum anderen hat dieser Standort mit bestehenden Netzanschlüssen, Infrastrukturen und dem Ausbau der Erneuerbaren in der benachbarten Bergbaufolgelandschaft enormes Potenzial für eine langfristige Weiterentwicklung. Unser Ziel ist, intern wie extern Perspektiven für neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu eröffnen“, unterstrich Jörg Waniek, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der LEAG. „Die Zukunftsentwicklung des Kraftwerksstandortes Jänschwalde folgt unserer Vision, die LEAG vom Bergbau- und Kraftwerksbetreiber zu einem Treiber für sichere Zukunftsenergie und nachhaltigen Wandel zu entwickeln.“
Jänschwalde bleibt nach der Stilllegung der Kraftwerksblöcke ein wichtiger Bestandteil des Strukturwandels in der Lausitz und wird als zukunftsorientierter Energie- und Industriestandort weiterentwickelt. Parallel zum laufenden Kohleausstieg wird der Standort als Energiewendecluster mit einem Einspeisepunkt für Erneuerbare Energien aus der GigawattFactory der LEAG geplant. Auf seinen Flächen starten noch in diesem Sommer die Bauarbeiten für das bundesweit größte Batteriespeichercluster Deutschlands.
Geplant ist auch die Errichtung einer Power-to-Heat-Anlage am Standort, die für eine regionale klimafreundliche Fernwärme-Versorgung der Stadt Cottbus ans Netz gehen soll.
Grundlage dieser positiven Entwicklung ist der Aufbau der Energielandschaft mit Erneuerbaren Energien, die Verfügbarkeit eines Netzanschlusses mit einer Leistung von 3000 MW sowie umfassend ausgebaute industrielle Infrastrukturen mit Gleisanschluss, Wasser- und Abwasserversorgung, sowie Fernwärmeleitungen.