
Berlin. Die Wirtschaft Berlins entwickelte sich 2025 solide. Mit einem Investitionsvolumen von 970 Millionen Euro konnte das drittbeste Ergebnis der letzten 15 Jahre bestätigt werden, so die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH.
Beim Investitionsvolumen von 970 Millionen Euro entfielen 746 Millionen Euro auf die Bestandsbetreuung und 224 Millionen Euro in die Ansiedlungsbetreuung. Bei den Branchen stehen die Gesundheitswirtschaft mit 223 Millionen Euro sowie Optik und Photonik mit 212 Millionen Euro im Vordergrund. Es folgen die Dienstleistungswirtschaft (169 Millionen Euro) und Verkehr, Mobilität und Logistik (135 Millionen Euro). Bei Optik und Photonik sind vor allen Unternehmen im Halbleiterbereich und in der Quantentechnologie auf Expansionskurs.
Insgesamt bearbeitete Berlin Partner erfolgreich 278 Projekte, mit denen insgesamt 7.639 Arbeitsplätze aufgebaut oder gesichert wurden. Diese teilen sich auf in neu geplante (4.560) sowie gesicherte Arbeitsplätze (3.079). Letztere werden im Zuge von Umstrukturierungen und Neuausrichtungen von Unternehmen immer wichtiger, können doch durch gezielte Maßnahmen seitens Berlin Partner – wie beispielsweise Unterstützung mit Investitionen, technologischer Modernisierung, Standortentscheidungen oder öffentlichen Förderungen – bestehende Arbeitsverhältnisse erhalten bleiben. Der größte Teil der 7.639 Arbeitsplätze entfällt auf den Bereich IKT, Medien und Kreativwirtschaft mit 3.130 Arbeitsplätzen, gefolgt von der Gesundheitswirtschaft (1.245).
In den letzten Jahren gab es kaum einen Abbau von Arbeitsplätzen in Berlin. Dies hat sich gegenwärtig geändert. So gewinnt die Aufgabe der Arbeitsplatzsicherung eine größere Bedeutung. Mittlerweile ist auch die Anzahl der Arbeitsplätze, die mit Neuansiedlungen verbunden sind, geringer geworden. Auch, weil Arbeitsplätze häufiger remote und damit nicht vor Ort in Berlin angesiedelt sind.
Im vergangenen Jahr konnten 74 neue Firmen in Berlin angesiedelt werden, darunter 37 internationale. Davon kommen jeweils sechs aus Großbritannien, der Türkei und den USA, gefolgt von jeweils zwei aus den Niederlanden und China. Aus Japan siedelten sich drei Unternehmen an. Der Großteil dieser ausländischen Ansiedlungen (28 Prozent) stammt, wie auch schon im vergangenen Jahr, aus Europa. Neu in Berlin sind Firmen wie das georgische Health-Tech Unternehmen Neuropilot, das deutsche Biotech-Unternehmen Althea Bio oder das Robotik-Start-up Continuum Innovation.
Zu den 108 bereuten Bestandsprojekten und den 74 Neuansiedlungen gesellten sich 2015 noch 96 Innovationsprojekte, die Berlin Partner betreut hat. Es wurden insgesamt rund 172 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung investiert – das sind 19 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, zeigte sich zufrieden: „Berlin trotzt dem Trend. Wir investieren konsequent in Innovation, Internationalisierung, Talente und Zukunftsbranchen. Mit dem Ausbau von Defense Technology schaffen wir ein neues Innovationsfeld an der Schnittstelle von Sicherheit und Wirtschaft. Die zahlreichen Dual-Use-Innovationen aus Bereichen wie KI, Cybersecurity, Robotik oder Photonik stärken nicht nur unsere Resilienz, sondern schaffen hochwertige Arbeitsplätze und neue Wachstumsperspektiven für Berlin. Unser Ziel ist klar: Berlin soll führender Standort für verantwortungsvolle Hochtechnologie werden – offen, innovativ und wirtschaftlich robust.“
Giffey freut sich zudem, dass Berlin über den Bundesdurchschnitt gewachsen ist. Das Berliner Bruttoinlandsprodukt sei von 207 Milliarden Euro in 2025 auf über 210 Milliarden Euro gestiegen. Es gebe aber auch Herausforderungen wie den Stellenabbau bei BASF oder dem Autozulieferer IAV zu bewältigen. Giffey verweist auch auf die schwierigen Rahmenbedingungen wie den aktuellen Krieg in Nahost, dessen Folgen für die Ölpreise und die Lieferketten noch nicht abzusehen sind.
Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, schlug ähnliche Töne an: „Dass wir trotz herausfordernder Rahmenbedingungen das drittbeste Investitionsvolumen unserer Unternehmensgeschichte erzielen konnten, unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der Hauptstadt. Und auch der starke Zuwachs im Bereich Forschung und Entwicklung sowie die positive Entwicklung unseres Startup-Ökosystems dokumentieren Berlins
Attraktivität. Dennoch: Die deutsche Wirtschaft stagniert seit mehr als drei Jahren und das geht auch an uns nicht spurlos vorbei. Deshalb ist es umso wichtiger, weiter für unsere Stadt im In- und Ausland zu werben.“
Berlin behauptete 2025 auch erneut seine führende Rolle im deutschen Startup-Ökosystem – sowohl hinsichtlich der Anzahl der Finanzierungsrunden als auch beim eingeworbenen Kapital. Trotz rückläufiger Deal-Anzahl verteidigte die Hauptstadt ihre strategische Bedeutung als stärkster Innovations- und Wachstumsstandort Deutschlands.
Mit 218 Finanzierungsrunden liegt Berlin deutlich vor München (124) und Hamburg (50). Damit entfielen 31 Prozent aller deutschen Deals auf die Hauptstadt. Berliner Start-ups erhielten rund 2,7 Milliarden Euro Risikokapital – ein Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt gab es 619 Neugründungen in Berlin (ein Plus von 24 Prozent
gegenüber 2024) und damit Platz 1 im Vergleich zu den anderen Bundesländern. Es zeigt sich zudem, dass die Hauptstadt sehr stark in den Bereichen Software & Analytics sowie FinTech/InsurTech aufgestellt ist. Auch in der Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz führt die Hauptstadt bundesweit. 283 – und damit 30 Prozent aller KI-Startups – sind hier ansässig.
Berlin Partner ist des Weiteren seitens des Senats damit beauftragt worden, ein DefTech-Ökosystem aufzubauen, um Forschung, Wirtschaft und Politik für Sicherheitsinnovationen zu vernetzen sowie Ansiedlungen und Firmengründungen aus diesem Wirtschaftsbereich zu fördern. Mit behördlichen Entscheidungsstrukturen vor Ort wie zum Beispiel dem
Bundesministerium für Verteidigung oder dem Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, der Nähe zur Politik, der exzellenten Forschung, den innovativen Unternehmen sowie einem wachsenden Startup-Ökosystem bietet die Hauptstadt dafür beste Voraussetzungen.
Hier geht es vor allem um hochinnovative Tech-Bereiche und Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Cyber Security, Health Tech, Drohnentechnologie, Optik, Photonik, Robotik oder Luft- und Raumfahrttechnik und Sensorik, mit denen Berlin bereits jetzt schon gut aufgestellt ist.
Über 400 Unternehmen sind im Bereich Dual Use in der Hauptstadtregion tätig und erarbeiten innovative Produkte und Software für zivile und militärische Zwecke. Defense Technology bietet für den Wirtschaftsstandort Berlin nicht nur Wachstumspotenzial, sondern ist auch ein Hebel für Innovation, Wertschöpfung und Resilienz. Erstmals wurden deshalb für die Delegationsreise zum Kreativ- und Techfestival South by Southwest (SXSW), das in Austin/Texas vom 12. bis 18. März stattfinden wird, auch DefTech Unternehmen angefragt.
Berlin setzt weiter auf die Internationalisierung. Neben den USA und Europa sollen weitere Exportländer stärker in den Fokus rücken, um die Berliner Wirtschaft zu diversifizieren. Wirtschaftssenatorin Giffey in diesem Jahr deshalb wird zum Thema FinTech nach London reisen, im März eine Berlin-Repräsentanz in Bangalore eröffnen sowie im Sommer eine Wirtschaftsdelegation nach Brasilien begleiten.
Der Beitrag 74 neue Ansiedlungen in Berlin im Jahr 2025 erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.