
Schwedt. Die Unterstützung der Uckermark durch den Just Transition Fund (JTF) zeigt Wirkung. Nun wurde die Baustelle des Service- und Transformationsgebäudes (TRAVIS) in Schwedt/Oder feierlich eröffnet.
Im Beisein der Schwedter Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe, des stellvertretenden Landrats des Kreises Uckermark Frank Bretsch, der ILB-Bereichsleiterin Manuela Heise und des Abteilungsleiters im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa Carsten Schöning wurde die Baustelle des Service- und Transformationsgebäudes (TRAVIS) in Schwedt/Oder feierlich eröffnet. Das TRAVIS-Gebäude wird ein zentraler Baustein des neuen Innovation Campus sein.
Zur weiteren Unterstützung des Strukturwandels in Schwedt erhielt der Landkreis Uckermark zuvor einen JTF-Förderbescheid in Höhe von 14,1 Mio. Euro für den DemoHub als nächstes entstehendes Gewerbezentrum des Innovation Campus. Darüber hinaus übergab der Landkreis Uckermark der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) einen Antrag auf JTF-Förderung für das Boardinghouse als weiteren Campusbestandteil.
Das TRAVIS wird als erste Anlaufstelle für Unternehmen, Startups, Hochschulen, Schulen und die breite Zivilgesellschaft Räume und Dienstleistungen für Vernetzung, Lernen, Forschen, Entwickeln, Innovieren und Gründen zur Verfügung stellen. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 20 Millionen Euro. Die EU und das Land fördern zu insgesamt 95 Prozent. Mit der Eröffnung des TRAVIS ist bis Anfang 2028 zu rechnen.
Den nächsten Umsetzungsschritt des Innovation Campus wird der DemoHub machen. In unmittelbarer Nähe zur PCK werden bis 2028 vor allem für Startups attraktive Demonstrations- und Pilotanlagen zur Entwicklung von Produkt- und Prozessinnovationen, insbesondere im Bereich der Grünen Chemie und Verfahrenstechnik, entstehen.
Mit der Antragseinreichung bei der ILB geht es auch beim Boardinghouse voran. Hier wird der Landkreis Uckermark in zentraler Nähe attraktive Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten schaffen – insbesondere für minderjährige Auszubildende. Damit wird der Wirtschafts- und Ausbildungsstandort Schwedt/Oder mit Ausstrahlung in die Uckermark für jungen Fachkräfte von morgen noch einmal deutlich attraktiver. Die geplanten Investitionen liegen bei ca. 15,7 Millionen Euro.
Weitere zukünftige Bestandteile des Innovation Campus werden das Reallabor sowie das Lehrtechnikum und ein modernisiertes Oberstufenzentrum sein. Hierfür werden die Projektplanungen derzeit konkretisiert und weitere Antragstellungen vorbereitet.
Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Markus Niggemann erklärte anlässlich des Baustarts und der Übergabe des Bescheids: „Die Uckermark geht in Brandenburg voran. Ich bin zuversichtlich, dass mit dem TRAVIS, dem DemoHub und den anderen Einrichtungen des Innovation Campus ein fruchtbares Ökosystem für mehr Innovation, Investition, Wertschöpfung und Beschäftigung in Zukunftsindustrien und -technologien wie Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft, Grüne Chemie, Energietechnologien, Digitalisierung und KI entstehen kann, von dem die Region langfristig und nachhaltig profitieren wird. Und die Bilanz zur JTF-Unternehmensförderung zeigt, dass hier direkt bei den Unternehmen und ihren Zukunftsinvestitionen angesetzt wird. Wir werden alles tun, um weitere Mittel in dieses erfolgreiche Förderprogramm zu lenken.“
Mit der JTF-Förderung stehen der Uckermark in der laufenden EU-Förderperiode bis zu 110 Millionen Euro EU-Mittel zur Bewältigung des Wandels hin zu einer postfossilen Wirtschaft zur Verfügung. Damit sollen Infrastrukturen für Bildung und Gewerbe entstehen und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im gesamten Landkreis Uckermark direkt bei ihren Zukunftsinvestitionen unterstützt werden. Neben der Förderung von produktiven Investitionen mit Förderquoten von bis zu 70 Prozent können KMU zur Neuausrichtung ihrer Geschäftigkeit auch mit einer Transformationsberatung unterstützt werden. Für junge KMU, die noch nicht länger als drei Jahre bestehen, wird mit der seit einem Jahr bestehenden Förderrichtlinie „Startgeld Uckermark“ eine attraktive zwölfmonatige Unterstützung bereitgestellt. Die Nachfrage nach der Richtlinie ist gewaltig: Bis zum 10. April 2026 wurden 170 Anträge gestellt. Die meisten Anträge kommen aus Schwedt (48 Anträge), Angermünde (26), Templin (22) und Prenzlau (16). Branchenschwerpunkte liegen im Baugewerbe (61 Anträge), Verarbeitenden Gewerbe (45) und Gastgewerbe (23). Für die JTF-Unternehmensförderung stehen bislang bis zu 30 Millionen EUR EU-Mittel zur Verfügung. Aufgrund der überwältigenden Nachfrage im Landkreis Uckermark arbeitet die Landesregierung aktuell daran, die verfügbaren Mittel in dieser Richtlinie deutlich aufzustocken.
Der Beitrag Bau des Innovation Campus Schwedt kommt voran erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.