Dresden. Camping ist längst mehr als Urlaub mit Zelt oder Wohnwagen – es ist eines der dynamischsten Segmente im Deutschlandtourismus. Sachsen verfügt über gute Voraussetzungen, um vom anhaltenden Campingboom zu profitieren.

Mit 44,7 Millionen Camping-Übernachtungen war 2025 ein Rekordjahr für den Camping-Tourismus. Jede elfte Übernachtung in Deutschland findet demzufolge auf einem Campingplatz statt. Dies entspricht einer direkten Bruttowertschöpfung von insgesamt 20,8 Milliarden Euro.

Die »Markt- und Potenzialstudie – Campingbranche in Sachsen« zeigt: Sachsen verfügt über gute Voraussetzungen, um vom anhaltenden Campingboom zu profitieren. Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Investitionen in Qualität, Sichtbarkeit und Infrastruktur notwendig sind, um das vorhandene Potenzial künftig noch besser auszuschöpfen.

Die Studie wurde im Auftrag des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. (LTV SACHSEN) mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultur und Tourismus erstellt. Zwischen September 2025 und Februar 2026 analysierten die Gutachter den sächsischen Campingmarkt anhand einer umfassenden Markt- und Trendanalyse, einer strukturellen Angebots- und Nachfrageanalyse sowie einer Online-Befragung sächsischer Camping- und Reisemobilbetriebe. Ergänzend wurde eine deutschlandweite Bevölkerungsbefragung campingaffiner Personen sowie Fachgespräche mit Kommunen und Destinationen durchgeführt.

Die Nachfrage nach Campingurlaub entwickelt sich in Sachsen seit Jahren überdurchschnittlich. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der Campingübernachtungen um 76,6 Prozent auf rund 1,08 Millionen Übernachtungen. Damit entfallen inzwischen 5,4 Prozent aller touristischen Übernachtungen im Freistaat auf den Campingtourismus.

Während der gesamte Beherbergungsmarkt das Niveau vor Corona noch nicht wieder erreicht hat, liegt das Campingsegment bereits deutlich darüber. Besonders stark wächst die Nachfrage von Reisemobilisten. Gleichzeitig erschließt Camping zunehmend neue Zielgruppen – darunter jüngere Reisende, Vanlife-Enthusiasten sowie Gäste mit hohen Ansprüchen an Komfort, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Studie bescheinigt Sachsen eine hohe Attraktivität als Campingdestination. Besonders geschätzt werden die abwechslungsreiche Natur, die Landschaften, Ruhe und Erholung sowie vergleichsweise günstige Preise. Wer bereits Campingurlaub in Sachsen gemacht hat, bewertet das Angebot ausgesprochen positiv: 97,3 Prozent empfehlen Sachsen als Campingdestination weiter. Dennoch bleibt die Wahrnehmung im bundesweiten Wettbewerb hinter den tatsächlichen Qualitäten zurück. Die größten Herausforderungen liegen deshalb weniger im Angebot selbst als vielmehr in einer stärkeren Positionierung und Vermarktung des Freistaates als attraktives Campingland.

Der sächsische Campingmarkt umfasst 124 Campingplätze und 312 Reisemobilstellplätze. Die Branche ist überwiegend mittelständisch und kleinteilig strukturiert. Viele Betriebe sehen sich jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Investitionsbedarf besteht insbesondere bei Sanitäranlagen, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, Digitalisierung sowie Barrierefreiheit. Gleichzeitig erschweren steigende Kosten, Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungs- und Förderverfahren notwendige Modernisierungen.