Diesbar-Seußlitz/Radebeul. Schloss Wackerbarth pflanzt Riesling und Scheurebe auf der Seußlitzer Heinrichsburg; Rebstöcke sollen bis ins Jahr 2060 beste Trauben für Sektgrundweine liefern. Es ist das Aufreben von Weinbergen.

Diesbar-Seußlitz/Radebeul, 5. Mai 2026. Ob Maibaum, Maibowle oder Tanz in den Mai – in vielen Regionen Deutschlands wird der Wonnemonat mit besonderen Festen und Bräuchen eingeläutet. Im Weinbaugebiet Sachsen sorgt der Mai alljährlich für rege Betriebsamkeit in den Weinbergen. Denn hier wird eine ganz eigene Tradition gepflegt: das Aufreben von Weinbergen.

In diesem Jahr pflanzen die Winzer von Schloss Wackerbarth an den ersten Tagen des neuen Monats insgesamt 14.300 junge Rebstöcke auf einer Fläche von 3,5 Hektar in den Boden. Was früher mehrere Wochen dauerte, erledigen sie dank moderner Technik heute deutlich schneller: Innerhalb von nur zwei Tagen setzt eine GPS-gesteuerte Pflanzmaschine die 12.000 Riesling- und 2.300 Scheurebe-Stöcke auf der Seußlitzer Heinrichsburg fachmännisch in den Löss-Lehmboden.

Doch nicht alles lässt sich technisch beschleunigen. Winzer sind auch heute noch von der Natur und ihrem Rhythmus abhängig. Bevor die neuen Rebstöcke ihr volles Potenzial entfalten können, sind Zeit und Geduld gefragt. In den ersten drei Jahren steht der Aufbau eines robusten und gesunden Rebstocks im Vordergrund. Dieser ist die Grundlage dafür, dass die Reben in den kommenden drei bis vier Jahrzehnten beste Trauben für Sektgrundweine liefern können. Erst im Weinjahr 2029 werden Wackerbarths Winzer die ersten Trauben der neu gepflanzten Stöcke ernten. Nach klassischer Flaschengärung in der Manufaktur in Radebeul gereift, perlen diese dann voraussichtlich erst im Jahr 2032 im Sektglas.

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