
Dresden. Sachsen profitiert in der laufenden EU-Förderperiode 2021 bis 2027 mit rund 3,2 Milliarden Euro aus den EU-Strukturfonds erheblich von der europäischen Zusammenarbeit. So etwa die TU Dresden.
Die Mittel fließen unter anderem in Innovation, Klimaschutz, Energieeffizienz, Fachkräftesicherung und den Strukturwandel in den Regionen.
Zu den Vorhaben der aktuellen EU-Förderperiode zählt ein innovatives JTF-Projekt zur klimafreundlichen Luftfahrt in der Lausitz. Herzstück des Projekts ist ein Forschungsflugzeug, mit dem unterschiedliche Antriebstechnologien getestet werden können, darunter Elektromotoren, Brennstoffzellen und Wasserstoffsysteme. Das Projekt entsteht in Kamenz und damit in einer Region, die sich im Zuge des Kohleausstiegs wirtschaftlich neu aufstellt. Ziel ist es, Flugzeuge künftig leiser, sauberer und effizienter zu machen. Die Technische Universität Dresden erhält dafür 4,6 Millionen Euro. Die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern stärkt die Entwicklung der Luftfahrtindustrie in Ostdeutschland und fördert zugleich die praxisnahe MINT-Ausbildung in Kamenz und Umgebung.
Ein weiteres Vorhaben ist »GreenPharming«, eine Kooperation der TU Dresden und der Hochschule Zittau/Görlitz. Das Projekt wird mit rund 3,4 Millionen Euro aus dem JTF gefördert. Ziel ist eine klimaneutrale und nachhaltige Herstellung biologischer Arzneimittel, mit Hilfe pflanzenbasierter Verfahren. Durch die enge Verbindung von Biotechnologie, Verfahrenstechnik und Kreislaufwirtschaft entstehen innovative und zukunftsfähige Lösungen für die Pharmaindustrie.
Aber nicht nur die TU Dresden profitiert. In Dresden entsteht mit Unterstützung aus dem EFRE ein neues Berufliches Schulzentrum für Elektrotechnik. Dafür stehen bis zu 100 Millionen Euro bereit, um den Halbleiterstandort weiter zu stärken. In Zwickau werden mehrere Schulgebäude energetisch saniert, und an der TU Chemnitz entstehen neue Ausbildungsnetzwerke.
Die EU-Mittel entfalten in Sachsen eine enorme finanzielle Wirkung: Allein mit dem aus dem Europäischen Sozialfonds »ESF Plus« werden Beschäftigung, Qualifizierung und soziale Innovation gefördert. Rund 590 Millionen Euro stehen dafür in der laufenden Förderperiode zur Verfügung, von denen bis Ende 2025 bereits 350 Millionen Euro bewilligt worden waren.
Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen Gelder in Forschung, Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz, Resilienz und Stadtentwicklung. Bis Ende 2025 waren dort rund 6.000 Projekte mit einem Fördervolumen von über 1 Milliarde Euro umgesetzt oder abgeschlossen. Der Just Transition Fonds (JTF) unterstützt zudem Regionen in den Strukturwandelgebieten – der Lausitz, dem Mitteldeutschen Revier und dem Raum Chemnitz-Zwickau – wo allein im Jahr 2025 bereits über 1.000 Projekte bewilligt wurden.
Seit 1990 sind mehr als 14 Milliarden Euro EU-Fördermittel nach Sachsen geflossen; mehr als 230.000 Projekte wurden damit realisiert.
Der Beitrag So profitiert die TU Dresden von EU-Mitteln erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.