Cochstedt. Bundesinnenministerium, Bundesforschungsministerium und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben in Cochstedt das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit eröffnet. 

Es bündelt Kompetenzen und Forschungsinfrastrukturen des DLR und verbindet diese eng mit den praktischen Anforderungen von Sicherheitsbehörden und Industrie.

„Drohnen eröffnen nicht nur enorme Chancen, sie stellen auch eine Herausforderung dar. An diesem Punkt soll das Technologiezentrum Drohnensicherheit an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig aktiv werden, als konsequente Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, den Bundes- und Landespolizeibehörden sowie dem Bundeskriminalamt“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Das Technologiezentrum für Drohnensicherheit entsteht an zwei DLR-Standorten, die wir in den vergangenen zehn Jahren für diese Art der Nutzung, gefördert durch das BMFTR und vormals BMWE, ertüchtigt haben. Ein starker Partner für den Standort Cochstedt ist ebenso das Land Sachsen-Anhalt. Gemeinsam teilen wir die Vision eines Technologiestandortes.“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ergänzt: „Hier erforschen und testen wir neue Technologien in Cochstedt direkt an einer Flughafeninfrastruktur – genau dort, wo eine empfindliche Bedrohungslage herrscht.“

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, betont die Bedeutung des Standorts Cochstedt: „Der DLR-Standort Cochstedt ist ein Leuchtturm für Drohnenforschung. Das BMFTR fördert das bereits bestehende Nationale Erprobungszentrum und das Kompetenzzentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme.“

Technologien für unbemannte Luftfahrtsysteme sowie für deren Detektion und Abwehr entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit. Das Technologiezentrum Drohnensicherheit soll zukünftig dazu beitragen, neue Ansätze frühzeitig zu bewerten, weiterzuentwickeln und schneller in die praktische Anwendung zu überführen. Ein besonders wichtiger Aspekt ist der Einsatz von Drohnen in sicherheitsrelevanten Situationen sowie die effektive Abwehr von Bedrohungen durch Drohnen.

Zusätzlich sind die Aktivitäten des Technologiezentrums in das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingebunden. Das Technologiezentrum richtet seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten so gezielt an den tatsächlichen Bedarfen der Sicherheitsbehörden aus.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Technologie-Inkubation. Das bedeutet, dass das DLR gemeinsam mit Unternehmen innovative Ansätze schneller weiterentwickelt und damit bestehende Fähigkeitslücken gezielt geschlossen werden. Dafür stellt das DLR umfangreiches Fachwissen, Entwicklungsumgebungen, Simulatoren sowie Labor- und Testinfrastrukturen zur Verfügung.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen unterschiedlicher Größe – vom Start-up bis zum etablierten Hersteller. Sie können gemeinsam mit dem Zentrum Technologien entwickeln, erproben und demonstrieren. Gleichzeitig sollen die Anforderungen der späteren Anwender möglichst früh in die Entwicklung einfließen.

Auch außerhalb solcher Inkubationsprojekte können Behörden und Unternehmen die Infrastruktur des Technologiezentrums für Tests und Demonstrationen nutzen. Behördenvertreterinnen und -vertreter können zudem beispielsweise in Projekten, über Hospitationen oder im Rahmen von Qualifizierungsangeboten mitwirken.

2019 übernahm das DLR den Flughafen Magdeburg-Cochstedt (CSO), um hier ein Drohnentestzentrum aufzubauen. 2021 folgte die offizielle Betriebsaufnahme des Nationalen Erprobungszentrums für Unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR. 2022 schloss sich die offizielle Wiederinbetriebnahme des Flughafens CSO an. Seit 2021 hat die Auslastung des Testzentrums stetig um rund 20 Prozent pro Jahr zugenommen. 2025 ergaben sich damit beispielsweise über 200 Nutzungstage wobei rund die Hälfte auf externe Kunden und kooperierende Nutzer aus Forschung und Industrie entfiel. Nun kommt das Technologiezentrum Drohnensicherheit hinzu und wird in die Aktivitäten an den DLR-Standorten Cochstedt und Braunschweig integriert.

Das Technologiezentrum wird durch die bestehenden Ressourcen des DLR bereits vom ersten Tag an aktiv sein, um so schnellstmöglich in die Umsetzung konkreter Fragestellungen und Bedarfe zu kommen. Gleichzeitig wird das Technologiezentrum in den nächsten Jahren weiter ausgebaut, indem zusätzliche Infrastrukturen und Testumgebungen geschaffen sowie zusätzliches Personal aufgebaut werden. Hierfür wird das DLR mehr als 10 Millionen Euro für Investitionen aufbringen und bis zu 40 neue Stellen schaffen.