Erfurt. Mit erneut mehr als zehn Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 bestätigt der Freistaat trotz eines leichten Rückgangs von 0,2 Prozent seine stabile Position im Deutschlandtourismus.

„Der Thüringen-Tourismus hat 2025 mit einem soliden Ergebnis abgeschlossen“, zieht Wirtschaftsministerin Colette Boos-John Bilanz. Nach schwierigen Nach-Corona-Jahren sei dies ein erfreuliches Resultat: „Die Erfolgskurve verstetigt sich.“ Zufriedengeben werde sich das Land damit aber nicht: „Thüringen schöpft seine Potentiale noch nicht aus. Wir wollen touristisch wieder auf die Überholspur“, formuliert die Ministerin den Anspruch der gesamten Branche. Wesentliche Impulse dafür erwartet sie von der ITB, auf der Thüringen mit seiner Theater- und Gartenkultur punktet – sowie von der neuen Tourismuskonzeption, die Mitte des Jahres beschlossen werden soll.

„Mit der Fortschreibung unserer Tourismusstrategie wollen wir zusätzlichen Rückenwind für die touristische Entwicklung in Thüringen entfachen“, so Boos-John. Erfolgskriterium seien für sie dabei nicht allein Gäste- und Übernachtungszahlen, sondern auch Umsätze und Wertschöpfung. „Unabhängig von seiner besonderen Dienstleistung ist der Tourismus eine Wirtschaftsbranche, die mehr als vier Milliarden Euro Bruttoumsatz im Jahr erwirtschaftet“, sagte Boos-John. „Wir müssen deshalb gezielt darauf schauen, welche Gewinne in Betrieben erzielt werden. Es ist wichtig, dass die Zahl der Touristen in Thüringen wächst, aber es ist mindestens genauso wichtig, dass die Unternehmen und Anbieter von ihrer Arbeit leben, ihre Beschäftigten gut bezahlen und in Qualität und moderne Infrastrukturen investieren können.“

Die aktuellen Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik zeigen, dass trotz eines leichten Rückgangs von 0,2 Prozent das Übernachtungsniveau nahezu konstant geblieben ist. Mit insgesamt 10.052.061 Übernachtungen erreichte der Freistaat 99,8 Prozent des Vorjahreswertes. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt mit 2,6 Tagen exakt im Bundesdurchschnitt.

„Das erneute Erreichen der Zehn-Millionen-Marke ist ein wichtiges Signal für unseren Tourismus, gerade in einem Umfeld, das von Kostensteigerungen und veränderten Reisegewohnheiten geprägt ist“, erklärt Christoph Gösel, Geschäftsführer der Thüringer Tourismus GmbH. „Thüringen behauptet sich mit starken Regionen und Themen wie dem Theater- und Kulturjubiläum, seinen Parks und Gärten und regionalen Höhepunkten.“

Wachstumsimpulse kamen 2025 aus unterschiedlichen Landesteilen. Während Erfurt mit einem Plus von fünf Prozent weiter an Zugkraft gewinnt, verzeichnen auch naturnahe Destinationen wie die Thüringer Rhön (+1,3 Prozent) sowie kultur- und landschaftsgeprägte Regionen wie das Saaleland (+1,2 Prozent) und das Weimarer Land (+0,8 %) Zuwächse. Die Zahlen belegen eine ausgewogene Nachfrage über unterschiedliche Reiseanlässe hinweg.

Auch international setzt sich der Aufwärtstrend fort. Besonders stark entwickelten sich gegenüber dem Vorjahr Belgien (+15,9 Prozent) und Frankreich (+6,5 Prozent) in Thüringen. Weitere wichtige Auslandsmärkte bleiben Österreich, die Niederlande und die USA. Bundesweit wird für ausländische Übernachtungen ein Wachstum von 3,2 Prozent prognostiziert (Tourism Economics/Deutsche Zentrale für Tourismus). Thüringen bewegt sich damit im positiven Gesamttrend.

Vom 3. bis 5. März präsentiert sich Thüringen auf der ITB in Berlin. Gemeinsam mit regionalen Partnern nutzt die Thüringer Tourismus GmbH die internationale Leitmesse, um die Schwerpunkte für 2026 zu setzen. Im Mittelpunkt stehen das Theater- und Residenzerbe rund um den 200. Geburtstag von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen sowie die im April startende Thüringer Landesgartenschau 2026. Damit rücken zwei Themen in den Fokus, die Kultur und Gartenkunst als identitätsstiftende Merkmale des Reiselandes verbinden.

Der Beitrag Thüringens Tourismus knackt Zehn-Millionen-Marke erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.