Chemnitz. Chemnitz erhält kräftigen Rückenwind für den Umbau seiner Energieversorgung. Die Förderung umfasst die Vorbereitung der Anbindung der Stadt Chemnitz an das künftige Wasserstoffkernnetz.

Für die Vorbereitung der Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz sowie den Bau einer Photovoltaikanlage mit Großbatteriespeicher am Energiepark Galgenberg hat die eins energie in sachsen GmbH & Co. KG Fördermittelbescheide in Höhe von über 30,3 Millionen Euro erhalten. Die Mittel stammen aus dem Just Transition Fund der Europäischen Union (JTF).

Die Förderung umfasst zum einen die Vorbereitung der Anbindung der Stadt Chemnitz an das künftige Wasserstoffkernnetz. Dafür werden bestehende Gasleitungen auf Wasserstoff umgestellt und neue Wasserstofftransportleitungen errichtet. Das Projekt wird mit 20,7 Millionen Euro gefördert. Zum anderen erhält eins energie 9,6 Millionen Euro für den Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 15 Megawatt Leistung sowie eines Großbatteriespeichers mit 15 Megawatt Anschlussleistung und einer Speicherkapazität von 30 Megawattstunden am Energiepark Galgenberg im Chemnitzer Stadtteil Röhrsdorf.

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar freut sich: „Wasserstoff ist eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft – und Chemnitz und Südwestsachsen machen sich hier eindrucksvoll auf den Weg. Mit der vorbereitenden Anbindung an das Wasserstoffkernnetz schafft eins energie die Grundlage für eine sichere Energieversorgung der Region von morgen.“

Wirtschafts- und Energieminister Dirk Panter ergänzt: „Der Freistaat Sachsen unterstützt mit Fördermitteln zwei zentrale Zukunftsvorhaben, die von großer Bedeutung für den Industriestandort Chemnitz und die gesamte Region sind. Dank etablierter Akteure wie dem Wasserstoffcluster HZwo ist Chemnitz bereits heute ein wichtiger Standort in der Wasserstoffwirtschaft. Gleichzeitig stehen zahlreiche Unternehmen bereit, aktiv am Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mitzuwirken. Auch die Energiewirtschaft setzt in Zukunft auf Wasserstoff. Entsprechend investieren die Netzbetreiber in den Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur.“

Mit der geplanten Wasserstoffanbindung wird die Voraussetzung geschaffen, Chemnitz künftig an die östlich von Freiberg verlaufende OPAL-Leitung anzubinden, die Anfang der 2030er Jahre Bestandteil des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes werden soll. Hierfür werden eine Übernahmeregelanlage am Wasserstoffkernnetz östlich von Freiberg sowie eine Regelanlage beim Oederaner Ortsteil Hartha neu errichtet. Außerdem wird eine Transportleitung inkl. Steuerungskabel zwischen Hartha und dem vorgelagerten Wasserstoffkernnetz neu gebaut und eine bestehende eins-Transportleitung von Erdgas auf Wasserstoff umgestellt. Die neue Infrastruktur wird zur Deckung des regionalen Wasserstoffbedarfs beitragen und erhebliche CO-Einsparungen ermöglichen. Gleichzeitig eröffnet sie Perspektiven für die Dekarbonisierung industrieller Prozesse sowie der Fernwärmeversorgung in Chemnitz. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 29,6 Millionen Euro.

Der Energiepark Galgenberg ergänzt diese Entwicklung. Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Großbatteriespeicher erhöht die regionale Erzeugung erneuerbarer Energien und verbessert die Versorgungssicherheit. Der Batteriespeicher kann Strom aus erneuerbaren Energien zwischenspeichern, Lastspitzen ausgleichen und zusätzliche Systemdienstleistungen für das Stromnetz bereitstellen. Die leistungsstarken Lithium-Ionen-Batteriemodule werden in 20 Fuß-Containern untergebracht sein. Diese derzeit etablierte Standardlösung ist modular aufgebaut und bietet vorkonfigurierte Systeme. Der Batteriespeicher wird als Zwischenspeicher zur Verschiebung erneuerbarer Strommengen der direkt gekoppelten PV-Anlage in Zeiten höherer Nachfrage eingesetzt. Zusätzlich erbringt er Netzdienstleistungen in Form von Regelleistung. Die zwei neuen PV-Anlagen in unmittelbarer Nähe zum Batteriespeicher am Galgenberg werden insgesamt eine Leistung von 15 MWp aufweisen und damit eine Strommenge von rund 15 Millionen kWh pro Jahr erzeugen. Die Inbetriebnahme der PV-Anlagen und des Batteriespeichers ist für 2028 geplant. Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf ca. 25 Millionen Euro.

Für den Strukturwandel in den sächsischen Braunkohleregionen erhält Sachsen von der Europäischen Union bis 2027 Fördermittel in Höhe von rund 645 Millionen Euro. Chemnitz ist aufgrund der besonderen Betroffenheit des Kraftwerksbetreibers in die Fördergebietskulisse des JTF aufgenommen worden.