Berlin. Immer häufiger schließen kleine Spezialgeschäfte, weil sie keine Nachfolger haben. Viele ziehen eine Geschäftsaufgabe in Erwägung Für die Kunden geht eine wichtige Bezugsquelle, aber auch wertvolles Wissen verloren. 

Die aktuelle Händlerumfrage des globalen Finanztechnologie-Unternehmens SumUp zeigt, dass 62 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmer davon ausgehen, dass dabei vor allem praktisches Wissen auf der Strecke bleibt. Gut die Hälfte der Befragten (53 Prozent) befürchtet, dass mit der Schließung auch wertvolle Kundenbeziehungen und Kenntnisse des lokalen Marktes verloren gehen. Weitere Aspekte wie technische oder handwerkliche Fähigkeiten (39 Prozent), Unternehmenswerte und Arbeitsethik (35 Prozent) sowie Kenntnisse über Lieferanten und die Branche (26 Prozent) stehen ebenfalls auf dem Spiel.

Dabei ist für viele Unternehmen in Deutschland das Thema Nachfolge längst ein drängendes Problem. Aktuell arbeiten vier von fünf der befragten Unternehmen mit Familienmitgliedern aus einer anderen Generation zusammen. Die Umfrage zeigt, dass die Zusammenarbeit verschiedener Generationen großes Potenzial bietet. Aus Sicht der Befragten profitieren insbesondere Kundenbeziehungen (60 Prozent), Management und Führung (46 Prozent) sowie Marketing und Kommunikation (44 Prozent) davon, wenn unterschiedliche Generationen gemeinsam im Unternehmen arbeiten.

Jedoch ist die Nachfolge durch die nächste Generation alles andere als gesichert. Nur jeder dritte Gewerbetreibende hält es für möglich, dass Kinder, Verwandte oder andere Nachfolger das Unternehmen übernehmen. 26 Prozent schließen dies direkt aus.

Ein zentraler Grund dafür sind die strukturellen Hürden rund um die Unternehmensübergabe. Eine klare Mehrheit (66 Prozent) sieht übermäßige Bürokratie und regulatorische Anforderungen, wie steuerliche Vorgaben, Compliance-Themen oder Berichtspflichten, als größte Herausforderung bei der Unternehmensnachfolge. Auch der Fachkräftemangel wirkt sich direkt auf die Nachfolge aus: Fast jeder Zweite (46 Prozent der Befragten) gibt an, dass es schwierig ist, geeignete Nachfolger oder qualifizierte Talente zu finden.

Die SumUp-Umfrage belegt: Die Unternehmensnachfolge ist weit mehr als ein internes Familienprojekt. Entscheidend sind nicht nur eine rechtzeitige Planung, sondern auch günstige wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Bürokratische Hürden, steigende Kosten und rechtliche Komplexität erschweren die Weitergabe von Wissen, Erfahrung und Kompetenzen an die nächste Generation. Ohne eine strategische Planung droht damit nicht nur der Verlust einzelner Betriebe, sondern auf lange Sicht ein spürbarer Schaden für die gesamte Wirtschaft

Der Beitrag Umfrage zeigt: Traditionsgeschäfte ohne Zukunft erschien zuerst auf Redaktionsnetzwerk Ost.