
Berlin. Die IHK Berlin lud und viele Gäste kamen. Mehr als 500 Anmeldungen gab es zum Berliner Nachfolgetag. Ein Beweis, wie drängend das Thema Nachfolge im Berliner Mittelstand ist. Im Mittelpunkt stand die Arbeit der Berliner Nachfolgezentrale.
Die gute Nachricht vornweg: Das Land Berlin hat die Mittel für die Berliner Nachfolgezentrale noch einmal aufgestockt. Das Gemeinschaftsprojekt der Berliner Kammern und der Bürgschaftsbank Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, übergabewillige Unternehmer und interessierte Nachfolger in einem Matching-Prozess zusammenzubringen. Rund 1.400 Interessierte und 400 Unternehmer und Unternehmerinnen, die ihr Lebenswerk in neue Hände geben wollen, sind dort bereits registriert. Dies ist aber nur ein kleiner Ausschnitt der nahezu 8.000 Berliner Unternehmen, die zur Abgabe anstehen.
Der Berliner Nachfolgetag bot Möglichkeit, sich über die Arbeit der Berliner Nachfolgezentrale zu informieren. Dr. Christian Schuchardt. Projektleiter bei der Nachfolgezentrale, stellte das Prozedere der Registrierung und die weiteren Abläufe beim Matching-Prozess der Nachfolgezentrale vor. Anwesende Unternehmer und Unternehmerinnen konnten ihr eigenes Unternehmen kurz vorzustellen und mit möglichen Interessierten in Kontakt treten. Dies wurde rege genutzt. Von der Medizintechnik über Modeboutiquen bis hin zum Einzelhandel war die ganze Palette des Berliner Mittelstands anwesend. Der älteste Unternehmer, dessen Firma zur Übergabe bereitstand, brachte es auf stolze 82 Jahre. Auf der anderen Seite stellten sich junge Gründer, Unternehmer, die ihr Portfolio durch einen Zukauf optimieren wollen, aber auch Beteiligungsgesellschaften als potenzielle Übernehmer vor. Auch Erfolgsgeschichten wurden präsentiert. Ein ehemaliger Taxiunternehmer schilderte, wie er mit Hilfe der Nachfolgezentrale einen Übernehmer gefunden hat, nachdem die Suche im eigenen Umfeld zunächst erfolglos blieb. Zwei erfolgreiche Übernehmer wiederum schilderten ihre Erfahrungen mit der Unternehmensnachfolge. Dabei wurde auch offen über Hindernisse, etwa Differenzen mit dem Personal nach der Übernahme, gesprochen.
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