Parchim. In Parchim werden mit rund 18 Millionen Euro Investition die Voraussetzungen für Wartung, Reinigung und Ladung batterieelektrischer Züge geschaffen. Der Ausbau umfasst unter anderem den Neubau einer Werkstatthalle.

Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH und ihre Tochtergesellschaft ODIG – Ostdeutsche Instandhaltungsgesellschaft mbH haben gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank sowie der VMV – Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH den geplanten Werkstattausbau am Eisenbahnstandort Parchim vorgestellt.

Der Standort wird künftig eine zentrale Rolle für den Einsatz der neuen batterieelektrischen Stadler FLIRT Akku-Fahrzeuge im Verkehrsvertrag Westmecklenburg II übernehmen. Ab Ende 2027 sollen 14 neue Fahrzeuge schrittweise in Betrieb gehen. Damit wird der bisherige Dieselbetrieb perspektivisch durch moderne, lokal emissionsfreie Batteriezüge ersetzt.

Der Ausbau umfasst unter anderem den Neubau einer Werkstatthalle mit multifunktionalem Wartungsgleis, Arbeitsgrube, Dacharbeitsstand und Hebebockanlage, den Neubau einer Waschhalle, die Erweiterung der Lager-, Büro- und Sozialflächen sowie umfangreiche Anpassungen der Gleisanlagen. Zudem wird eine werkstatteigene Ladeinfrastruktur aufgebaut, mit der zwei Fahrzeuge während der Wendezeiten schnell geladen und sechs weitere abgestellte Fahrzeuge versorgt werden können.

Die kalkulierten Gesamtkosten für die Werkstatterweiterung belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro. Davon fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern rund 10,6 Millionen Euro. Ergänzend unterstützt das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen der Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr die Schaffung der Ladeinfrastruktur für Akku-Züge mit bis zu 1.2 Millionen Euro.

Minister Dr. Wolfgang Blank sagte anlässlich des Termins: „Mit der Förderung ermöglichen wir Zukunftsinvestitionen in moderne Bahntechnik, stärken den Eisenbahnstandort Parchim nachhaltig und schaffen die Voraussetzungen für den zuverlässigen Einsatz der neuen batterieelektrischen Züge in Westmecklenburg.“

Parchims Bürgermeister Dirk Flörke betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt: „Parchim ist seit der Gründung der ODEG eng mit der Eisenbahn verbunden. Dass hier nun in moderne Werkstatttechnik, Ladeinfrastruktur und qualifizierte Arbeitsplätze investiert wird, ist ein starkes Signal für unsere 800 Jahre alte Stadt. Der Ausbau stärkt Parchim als Wirtschafts- und Eisenbahnstandort und zeigt, dass Zukunft nicht nur in den Metropolen entsteht, sondern auch hier in der Region.“

Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH, erklärte: „Parchim ist der Gründungsort der ODEG. Von hier aus hat sich unser Unternehmen seit 2002 zur größten privaten Eisenbahn im Osten Deutschlands entwickelt.“

Zur Inbetriebnahme von 14 neuen Fahrzeugen des Typs Stadler FLIRT Akku ab Ende 2027 wird die von der ODIG betriebene Werkstatt in Parchim erweitert. Ziel ist es, die neuen Fahrzeuge vor Ort elektrisch zu laden, instand zu halten und zu reinigen. Die Fertigstellung der neuen Werkstatthalle ist bis 2027 geplant und bildet einen zentralen Baustein für den erfolgreichen BEMU-Betrieb in Westmecklenburg.

Parchim ist der Gründungsort der ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. Seit der Gründung im Jahr 2002 hat sich das Unternehmen von einem kleinen Betrieb mit 30 Mitarbeitenden zum größten privaten Eisenbahnunternehmen in Ostdeutschland entwickelt. Heute sind über 1.000 Mitarbeitende in fünf Bundesländern für die ODEG und ODIG im Einsatz.

Ab Dezember 2027 nimmt die ODEG den Betrieb mit 14 neuen batterieelektrischen Triebzügen vom Typ Stadler FLIRT Akku auf. Die Fahrzeuge ermöglichen einen lokal emissionsfreien Betrieb auf nicht elektrifizierten Strecken. Sie fahren unter vorhandener Oberleitung elektrisch und laden dabei ihre Batterien. Auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung erfolgt der Betrieb batteriebasiert. Die Fahrzeuge bieten helle, barrierefreie Fahrgastbereiche, WLAN und Mehrzweckzonen.