
Potsdam/Dresden. Die ländliche Infrastruktur in Ostdeutschland verfällt. Um die Nahversorgung in den Dörfern zwischen Ostsee und Erzgebirge zu sichern, setzen Sachsen und Brandenburg auf Smart-Stores.
Von Matthias Salm
In Brandenburg sollen vollautomatisierte Supermärkte, sogenannte Smart-Stores, die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen. Dazu will die brandenburgische Landesregierung das geltende Ladenöffnungsrecht reformieren. Ein vom Kabinett beschlossener Gesetzesentwurf sieht vor, dass Warenautomaten und vollautomatisierte Smart-Stores ohne Verkaufspersonal an sieben Tagen pro Woche bis zu 24 Stunden betrieben werden können.
Brandenburgs Sozialminister René Wilke, dessen Ministerium auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Brandenburg zuständig ist, sieht in den Smart Stores eine Chance, die Lebensverhältnisse auf dem Land attraktiv zu halten: „Wo klassische Supermarktangebote unter Druck geraten, können vollautomatisierte Verkaufsstellen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung leisten und gleichwertige Lebensverhältnisse in Brandenburg stärken.“
Allerdings sollen von die erweiterten Öffnungsmöglichkeiten ausschließlich für vollautomatisierte Verkaufsstellen ohne Verkaufspersonal gelten. Für diese ist eine Flächenbegrenzung auf 250 Quadratmeter vorgesehen. Die Kommunen erhalten aber großzügige Gestaltungsspielräume. Die örtlichen Ordnungsbehörden erhalten die Möglichkeit, die Ladenöffnungen während der Ladenschlusszeiten – das heißt an Sonn- und Feiertagen sowie am 24. Dezember ab 14 Uhr – zuzulassen.
In Sachsen steht hingegen bereits die Eröffnung des ersten Tante-M SmartStore in Oybin bevor. Der SmartStore ist Teil des Projektes „Oybin 2.0 + Innovationen für eine Zukunftskommune“. Oybin ist eine Gemeinde im Oberlausitzer Landkreis Görlitz. Sie liegt im Südosten Sachsens an der Grenze zu Tschechien. Für das Projekt hat Oybin beim simul+-Kreativwettbewerb ein Preisgeld von 75.000 Euro erhalten. Der Smart Store soll zeigen, wie digitale Lösungen die Lebensqualität vor Ort steigern, die Dorfgemeinschaft stärken und zum Tourismus als Wirtschaftsfaktor in der Region beitragen können.
Sachsen Staatsministerin für Infrastruktur Regina Kraushaar freut sich über die Eröffnung des Tante-M SmartStores: „Oybin ist ab heute wie ein kleiner Leuchtturm für die Nahversorgung im ländlichen Raum: Der hier eröffnete Laden mit hochmoderner digitaler Technologie zeigt, dass unsere Dörfer auch auf diesem Wege lebendig bleiben und die Menschen für ihren Alltag »smarte« Unterstützung bekommen können.“
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